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TierreichBrockhaus 1882

Spiunentiere (Arachnoidéae, s. Arachniden) teilt man neuerdings ein in: 1. Ordnung: Zungenwürmer (s. d., Linguatilina), hierher gehört der Gezähnelte Zungenwurm (Pentastomum denticulatum, s. Tafel: Spinnentiere und Tausendfüßer, Fig. 1) und der bandwurmartige (P. taenioides, Fig. 2 a u. b, Jugendformen). 2. Ordnung: Milben (s. d., Acarina), unter andern mit der Familie der Haarbalgmilben (s. d., Dermophili), zu denen die des Menschen Demodex foliculorum, Fig. 4) gehört, der Krätzmilben (s. d.), Käsemilben (s. d.), Zwecken (s. d.), Laufmilben, mit der schönen roten gemeinen Samtmilbe (Trombidium holosericeum), die in ausgebildetem Zustande auf Insekten und Spinnen schmarotzt, und der Wassermilben (s. d., Hydrachnidae), von denen die Muschelmilbe (Atax ypsiliphorus, Fig. 5) in Süßwassermuscheln wohnt. 3. Ordnung: Seespinnen (s. d., Pygnogonidae s. Pantopoda), bewohnen das Meer; hierher z. B. Ammothea pygnogonoides (Fig. 6). 4. Ordnung: Bärtierchen (Tardigrada), sind rückgebildete Formen mit kurzen Stummelfüßchen, saugenden Mundteilen, Zwitter, leben auf dem Lande an feuchten Stellen, auf Dächern unter Moos, in Regenrinnen u. s. w. und sind berühmt wegen ihrer Fähigkeit, vollkommen auszutrocknen und nach langer Zeit durch Anfeuchten wieder aufzuleben; Macrobiotus Schultzei (Fig. 7) ist eine hierher gehörige Form. 5. Ordnung: Afterspinnen (Phalangidae), Hinterleib dem Kopfbruststück in seiner ganzen Ausdehnung angefügt, Kieferfühler scherenförmig, die vier Beinpaare auffallend lang und schlank, ohne Spinnwarzen, Atmung durch Tracheen. Zu ihnen gehört der in und an Gebäuden sehr häufige, gemeine Wandkanker (Phalangium opilio, Fig. 8). 6. Ordnung: eigentliche Spinnen (s. d., Araneidae), mit zahlreichen über die ganze Erde verbreiteten, meist das Land, in einigen Fällen auch das Wasser bewohnenden Arten (Abbildungen Fig. 9—16, Erklärung unter Artikel Spinnen). 7. Ordnung: Skorpionspinnen (Podipalpi), Vorderbeine zu Fühlern verlängert, Hinterleib besonders entwicelt, elf⸗ bis zwölfgliederig. Zu dieser auf die Tropen der Alten und Neuen Welt beschränkten Ordnung gehört der langarmige Tarantelskorpion (Phrynus lunatus) aus Südamerika. 8. Ordnung: Skorpione (s. d., Scorpionidae), von denen eine Art (Scorpio europaeus, Fig. 18) die Grenze des deutschen Faunengebietes im Süden eben erreicht. An diese letzte Ordnung schließt sich wohl die kleine Gruppe der Afterskorpione (s. d.) an; das hierher gehörige Obisium trombidioides (Fig. 19) lebt in Deutschland in Wäldern unter Moos, Rinde u. s. w. 9. Ordnung: Walzen spinnen (s. db., Solifugae), mit einer Art (Solpuga araneoides, Fig. 20) in Südrußland. Die Litteratur s. u. Arachniden. Spinner (Bombycidae) ist der Name einer Familie meist mittel⸗ bis sehr großer Schmetterlinge, charakterisiert durch einen besonders im weiblichen Geschlecht plumpen, in der Regel dichtbehaarten Körper, ziemlich großen, breiten Flügeln, die in der Ruhe dachförmig getragen werden und den Weibchen harni fehlen; die Fühlhörner sind verhältnismäßig urz, beim Weibchen borstenförmig, beim Männchen oft sehr lang, nach beiden Seiten gekämmt, und stellen hier sehr empfindliche Geruchsorgane dar, mittels welcher die muntern, kleinen, auch am Tage lebhaft fliegenden Tiere die trägen, meist gar nicht oder nur sehr beschränkt flugfähigen, größern Weibchen aufsuchen. Diese legen ihre zahlreichen Eier meist haufenweise zusammen und bedecken sie oft mit ihren losgelösten, wolligen Afterhaaren. Die Raupen sind zwar in Gestalt sehr verschieden, und obwohl es glatte, vom Habitus der Schwärmerraupen gibt (wie z. B. die Raupe des Seidenspinners), so sind die meisten doch behaart, wie z. B. die des Kiefernspinners (Gastropacha pini, Tafel: Schädliche Insekten, Fig. 2) und des Ringelspinners (Bombyx neustria, Fig. 4b), während die des kleinen Nachtpfauenauges (Saturnia pavonia, Tafel: Insekten III, Fig. 8) mit bedornten Warzen versehen ist; viele leben zeitlebens, andere nur in der Jugend gesellig und werden bisweilen sehr schädlich. Zu den S. gehört weiter die Nonne (Liparis monacha, Tafel: Schädliche Insekten, Fig. 3), der Nagelfleck (Saturnia Tau, Tafel: Insekten III, rig. 9), der Seidenspinner (s. d., Bombyx mori, ig. 10), das Eichenblatt (Lasiocampa quercifolia, ig. 11), der Schwammspinner (Liparis dispar, ig. 12). Die Raupen spinnen sich vor dem Verpuppen ein und die Gespinste sind um so dichter, je weniger haarig die Raupen sind; einige werden bekanntlich technisch verwendet. (S. u. Seide.) Spinner (Francis Elias), früher Schatzmeister der Vereinigten Stagten, geb. 21. Jan. 1802 in German Flats (ietzt Mohawk) in Neuyork, erhielt von seinem Vater, einem deutschen Geistlichen, eine sorgfältige Erziehung, lernte ein Geschäft, wurde major der Miliz, County-Sheriff, Oberrechnungsbeamter der Zollbehörde von Neuyork, war von 1855 bis 1861 Mitglied des Vereinigten Staatenkongresses und von 1861 bis 1875 Bundesschatzmeister. S. war einer der tüchtigsten Beamten der Vereinigten Staaten und hat sich durch seine Rechtschaffenheit einen rühmlichen Namen erworben. die Arbeit des Spinnens (s. d.) oder auch das Etablissement, in dem dieselbe vorgenommen wird. Spinnfasern, soviel wie Gespinstfasern. Spinnlaus, s. unter Milben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 84Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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