Spirdingsee, auch Schnardewiesee genannt, nächst den drei Haffen der größte See des preuß. Staats, auf der ostpreuß. Seenplatte, 117 m über dem Meere, im Weichselgebiet gelegen und zu dem Kreise Johannisburg, geringernteils zum Kreise Sensburg im ostpreuß. Regierungsbezirk Gumbinnen gehörig, ist 102,4 ꝗkm, mit seinen Seitenzweigen aber 117,8 qkm groß, in seinem Hauptbecken von Nordosten gegen Südwesten 16,6 Em lang und von Norden nach Süden bis 9,25 km breit und 7,8 bis 20, m tief. Er umschließt drei Inseln oder Werder, darunter den bewohnten Spirdingswerder und den Teufelswerder, auf welchem das 1784 von Friedrich d. Gr. angelegte, später wieder abgetragene im Fort Lyk stand. Die Nebenzweige des Sees sind Nordosten der Eckersberger⸗, im Süden der Sexter⸗, im Südwesten der Warnold⸗, im Nordwesten der Lukneinensee, im Westen der zwischen Rhein und ndl. Teles gelegene, sehr lange Zweig, welcher im südl. Teile Veldahn⸗, im nördlichen (32 km lang) das Rheinische oder Talterwasser heißt. Der S. erhält von Osten her den Abfluß des Aryssees, von Westen durch den Veldahnsee den Kruttingfluß, der seinerseits die Wasser der sensburger Seegruppe sammelt und durch den Muckersee geht. Auch steht er im Norden mit dem Löwentin⸗ und so mit dem Angerburgersee (s. Angerburg) in Verbindung. Abflüsse hat der S. drei, alle nach Süden. Der eine, der 5,2 km lange Johannisburger Kanal, War durch den Biallolafker⸗ und den Kesselsee zum arschausee; der zweite geht aus dem Sextersee durch den Prosolasker-und Pogobiensee zum Pilschfluß; der dritte geht aus dem Wrofolaale in den Niedersee und vereinigt sich im Prosolaskersee mit dem zweiten. Der genannte Pischfluß oder Pissek fließt gegen Süden, mündet bei Nowogrod in Polen rechts in den Narew und stellt die Verbindung mit dem Bug und der Weichsel her. Allein bei der schon auf der Angerapp schwierigen Fahrt, den Untiefen der verbindenden Flußläufe und der Pissek selbst ist diese Verbindung zwischen Pregel und Narew von geringem Wert.