FeedStallbaum (Gotzefried)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Stallbaum (Gotzefried), verdienter deutscher Philolog und Schulmann, geb. 25. Sept. 1793 zu Zaasch bei Delitzsch, widmete sich in Leipzig den altklassischen Studien, wurde 1818 Lehrer an der Lateinischen Schule und dem Pädagogium zu Halle, 1820 an der Thomasschule zu Leipzig, worauf er 1828 in das Konrektorat aufrückte und 1835 das Rektorat und seit 1840 auch eine außerord. Professur der klassischen Philologie an der Universität erhielt. S. starb 24. Jan. 1861. Unter seinen philol. Leistungen sind vor allem seine Arbeiten über Plato hervorzuheben. Hierher gehört eine Reihe von tüchtigen Bearbeitungen einzelner Dialoge, besonders des Philebusv (Lpz. 1820; neue Aufl. 1826), des Euthyphros (Lpz. 1823), des Menon (Lpz. 1827), der vielfach vermehrten Wolfschen Ausgabe des „Symposiume [Lpz. 1828), ferner die große kritische Gesamtausgabe (12 Bde., Lpz. 1821—25) und insbesondere die Bearbeitung der Platonischen Schriften in der gothaischen«Bibliotheca Graecar (9 Bde., Gotha u. Erfurt 1827 fg., in wiederholten Auflagen). Unabhängig davon ist die große Ausgabe des Parmenides (Epz. 1839). S. besorgte auch einen Abdruck des Kommentars zu Homer von Eustathius (5 Bde., Lpz. 1825.—30), eine verbesserte Ausgabe der Ruddimanschen eInstitutiones grammaticae Latinaes (2 Bde., Lpz. 1823) und des Westerhopschen Terentius (6 Bde., Lpz. 1830—31).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 143Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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