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PflanzenreichBrockhaus 1882

Stempel oder Pistill (pistillum) heißt in der Botanik der Erzeuger und Behälter der Eichen (Samenknospen), aus welchen nach erfolgter Befruchtung die Samen hervorgehen. Mit Ausnahme der Gymnospermen (s. d.) haben alle Samenpflanen S. Dieselben kommen teils in Gesellschaft er Staubgefäße, im Gegensatz zu welchen sie als weibliche Organe betrachtet werden, in Einer Blüte vor (Zwitterblüte), teils allein (weibliche Blüte), und nehmen stets das Centrum der Blüte ein. Eine Blüte enthält entweder bloß einen oder mehrere (selbst sehr viele) S. Entweder sind die S. oberständig, d. h. innerhalb der Blütenhülle stehend, und dann aus zusammengekrümmten und an den Rändern verwachsenen Blättern (Carpellarblättern) Littern Soalrebef oder sie sind unterständig. etztern Falle befindet sich bders bloß der die Eichen enthaltende Teil unterhalb der Blütenhullen Eelch, Blumenkrone, Perigon). Dieser, der wichtigste Teil des S., wird Fruchtknoten (s. d.) genannt. Ein unterständiger Fruchtknoten wird in der Regel, wenigstens äußerlich, von der hohl (becher⸗, krug⸗, cylinderförmig) entwickelten Blütenachse (Blütenbaum) gebildet, dessen oberer Rand dann die Kelch⸗, Blumen⸗ und Staubblätter der 5 Dagegen wird auch dann die (innerhalb der Blume befindliche) Decke des Fruchtknotens samt dem oder den Griffeln von den großenteils in der hohlen Blütenachse eingeschlossenen und mit dieser verwachsenen Carpellarblättern gebildet. Der zweite wesentliche Teil des S. ist die Narbe (oder Stigma), welche während der Blütezeit aus ihrem zartwandigen aufgelockerten Zellgewebe eine zuckerhaltige Flüssigkeit aussondert, welche die auf die Narbe gelangten Blütenstaub⸗ oder Pollenkörnchen veranlaßt, Schläuche zu treiben, die sich durch das Narbengewebe und den Griffel bis in die Fruchtknotenhöhle und bis zu den Eichen erstrecken und die Befruchtung der letztern bewirken. Oft erheben sich auf dem Fruchtknoten ein oder mehrere stilartige Organe, welche an ihrem Ende Narben tragen. Diese bald kurzen, bald sehr langen Organe werden Griffel genannt. Jeder Griffel ist inwendig von einem engen Kanal (Griffelkanal, Staubweg) durchzogen, durch welchen die Pollenschläuche bis in die Fruchtknotenhöhle hinabdringen. (Vgl. auch Gynäceum.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 202Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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