Stereotömie (grch.) ist derienige Teil der Stereometrie (s. d.), der von den Durchschnitten der Oberflächen der Körper handelt, welche einander ganz oder zum Teil durchdringen. Ihre Darstellungen werden durch die zeichnende (graphische) Geometrie, Projektionslehre oder Géometrie deseriptive, zu Stande gebracht. Unter S. versteht man insbesondere den Steinschnitt, d. h. die Konstruktion der einzelnen Steine der Gewölbe aller Art, nach welcher sich jene Steine, bei gehörig angeordneter Stärke der Widerlagen durch ihre Figur selbst, ohne ein besonderes Bindungsmittel, in ihrer Stellung erhalten. Werke über den Steinschnitt verfaßten zuerst Philib. Delorme (1567), dann Frezier (3 Bde., Par. 1737—39) und in neuerer Zeit Douliot und Adhemar.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 215Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei