Stolberg, Grafschaft in Thüringen am südl. Fuße des Harzes, mit einem Areal von 303 qkm, ist im NW. mit Bergen und Waldungen bedeckt, während der ganze südöstl. Teil der sog. Goldenen Aue angehört und überaus fruchtbare Gegenden besitzt. Im obern Lande wird Silber, Blei, Eisen, Spießglanz und Flußspat gewonnen. Die Grafschaft war früher kursächs. Lehn und gehört jetzt zum Kreise Sangerhausen des preuß. Regierungsbezirks Merseburg. Sie zerfällt in die beiden Standesherrschaften S.⸗Stolberg und S.⸗Roßla. Hauptstadt der Grafschaft S.⸗Stolberg (110 qm) ist die Stadt Stolberg, am Harz, Sitz eines Amtsgerichts, mit (1885) 2330 E., sehr ansehnlichem Residenzschloß der Grafen (mit Bibliothek von 50000 Bänden), drei Kirchen, Fabriken für Pulver, Holzschneidemühlen und einem Eisenhüttenwerk. Bei dem Dorfe Rottleberode mit 900 E., an der Tyra, liegen die Ruinen der alten Stammburg S. Der Hauptort der Grafschaft S.⸗Roßla (193 akm) ist der Flecken Roßla (s. d.).