FeedStrobosköp
TechnikBrockhaus 1882

Strobosköp (grch., Apparat fürs Zeigen von Bewegungen, Drehungen u. s. w.) heißt ein von Stampfer (1832) erfundener Apparat, bei welchem auf je einer kreisförmigen Pappscheibe (stroboskopische Scheibe) Bilder in mehrern Stellungen gezeichnet sind, welche ein bewegter Gegenstand 6. B. ein Läufer u. dgl.) nach und nach annimmt. Zwischen den Figuren sind Offnungen angebracht. Ein durch letztere blickendes Auge glaubt dann, wenn die Scheibe rotiert, in einem gegenüber befindlichen Spiegel den abgebildeten Gegenstand in Bewegung. Dies rührt von der Nachdauer der Bilder auf der Netzhaut her, wobei die Einzeleindrücke zu jener Empfindung verschmelzen, wie sie der bewegte Körper erzeugt. Unbedeutend früher als Stampfer hatte Plateau sein Ph änakistiskop (grch., Täuschungsapparat) erdacht, welches auf demselben Prinzip wie das S. beruht. Beide Erfinder wurden von Faraday (1831) durch seine Beobachtungen an rotierenden Zahnrädern angeregt. Eine dem S. ähnliche Einrichtung scheint das Dädaleum (s. d.) gehabt zu haben. Auch die als Spielzeug wohlbekannten Wundertrommeln oder Wundercylinder jüngerer Zeit beruhen auf derselben Basis wie das S. Das stroboskopische Prinzip wird wissenschaftlich zur Fixierung periodischer Bewegungen (3. B. der Schwingungen) angewendet. troboskopische Scheiben, s. Stroboskop.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 306Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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