FeedStröbeck
ErdkundeBrockhaus 1882

Ströbeck, Pfarrdorf im Regierungsbezirk Magdeburg der preuß. Provinz Sachsen, im Kreise und 7 km westnordwestlich von der Stadt Halberstadt, zählt mit Zubehör 1220 E., welche sich durch reichen Grundbesitz und seit wenigstens 500 Jahren durch ihre Fertigkeit im Schachspiel auszeichnen, ohne daß man den Grund davon bestimmt angeben könnte. Die Ströbecker sollen das Schachspiel durch einen in ihrem Orte gefangen gehaltenen wendischen Fürsten gelernt haben. Der Große Kurfürst schenkte ihnen ein Schachbrett. Seitdem pflegen bei einem Thronwechsel die Ströbecker ihrem neuen Landesherrn durch lberreichung eines wertvollen Schachspiels mit Figuren aus Edelmetall zu huldigen. übrigens haben die Ströbecker einige eigentümliche Züge, besonders beim Beginn des Spiels. Die Figuren werden gleich so gestellt, daß die Thurmbauern zwei Felder vorgerückt sind, ebenso der Damenbauer, hinter welchen sogleich die Dame tritt. Zu S. existiert noch ein alter Turm, in dem das Spiel zuerst gelehrt und gelernt worden ist. Die Kinder der ersten Klasse der Schule zu S. haben nach dem Osterexamen einen Wettkampf auszuführen, wozu die Gemeinde sechs Prämien aussetzt, bestehend in Schachbrettern.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 306Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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