FeedStrumpf
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Strumpf (frz. bas, chausse; engl. stocking, hose), Fußbekleidung, durch Stricken oder durch Wirken hergestellt. (S. Stricken, Strickmaschinen und Strumpfwirkerei.) Strumpfband. Bei der Vermählung fürstlicher Personen ist es an verschiedenen Höfen noch Gebrauch, daß nach den Vorstellungsceremonien, resp. nach dem Fackeltanz (s. d.), an die Gäste und Geladenen (doch nur an die Herren) seidene Bänder in den Landesfarben und mit dem Namenszuge der Braut unter dem Namen S. verteilt werden. Dieser Gebrauch beruht darauf, daß nach Kanonischem Recht bei Privatpersonen die Ehe schon nach vollzogener Trauung rechtsgültig ist, bei Fürsten dagegen (nach altgerman. Privatfürstenrecht) erst nach vollzogenem Beilager. Das Ganze ist also von rein symbolischer Bedeutung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 315Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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