FeedStubenfliege
TierreichBrockhaus 1882

Stubenfliege (Musca domestica) heißt eins der bekanntesten Insekten, das sich mit dem Menschen, namentlich dem Europäer, fast über die ganze bewohnte Erde verbreitet hat. Das Weibchen legt nach der Überwinterung seine Cier in allerlei verwesende Substanzen, namentlich Nahrungsmittel, Dünger u. s. w.; die sich aus denselben entwickelnden kopflosen Maden sind ziemlich schlank, weißglänzend und weich, erreichen eine Länge von fast 9mm und verwandeln sich in rotbraune Tönnchenpuppen, aus denen nach 10—14 Tagen die zweite Generation schlüpft. So steigert sich durch die verschiedenen Generationen die Zahl der Individuen, bis dieselbe im August ihre größte Masse erreicht hat; die bald eintretenden kühlern Nächte, namentlich aber auch pflanzliche Parasiten räumen dann sehr rasch unter ihnen auf, sodaß nur wenige zur Überwinterung an geschützten Orten, in warmen Ställen u. s. w. gelangen. Das beste Mittel gegen S. ist frische Luft, gelinder Zug, namentlich während der Nacht durch die am Tage bewohnten Räume, Reinlichkeit und Fliegenfenster. Fliegenpapier, Leimruten, Glasfallen sind teils gefährlich, teils ekelhaft; daß die Aralienpflanzen die S. abhalten sollen, ist unrichtig. Vgl. W. F. von Gleichen, (Geschichte der S.» (Nürnb. 1789).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 323Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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