Schröpfen (scarificatio) nennt man eine örtliche Blutentziehung vermittelst kleiner Einschnitte in die Haut, aus denen das Blut mittels Sauginstrumente herausgezogen wird. Zur Hervorbringung jener Einschnittchen wendet man gewöhnlich den Schnepper (s. d.) an, von dem es mehrere Arten gibt. Zum Aussaugen dienten früher die Schröpfköpfe (cucurbitulae), gewöhnlich kleine Glocken aus Glas. Man hielt dieselben über einer Flamme, um darin durch die Hitze die Luft zu verdünnen, und stülpte sie dann rasch auf die Haut, wo sie sich beim Erkalten durch den Druck der äußern Atmosphäre fest ansaugten, die Haut in die Höhe zogen und Flüssigkeiten aus derselben zum Heraustreten brachten. Statt dieser ganz aus Glas verfertigten Schröpfköpfe wendet man jetzt kurze Glascylinder an, welche auf der einen Seite mit einer dicken Kautschukhaut verschlossen sind. Beim Aufsetzen des Cylinders drückt man den Kautschuk mit dem Finger ein und läßt diesen dann los, wenn der Cylinder gut sitzt. Der Kautschuk spannt sich wieder aus und verdünnt so die Luft in der kleinen von ihm gebildeten Höhle. Das S. ersetzt die Blutegel in vielen Fällen und dient teils bei Hautleiden, um in der Haut stockendes Blut zu entleeren, teils bei Krankheiten innerer Organe (Brust⸗ und Brustfellentzündung, Bauchfellentzündung) als ableitende Blutentziehung. Oft wirkt es vielleicht nur durch die damit verbundene Reizung und Blutanhäufung in der Haut und Entfernung des Blutes in den darunter liegenden Organen (3. B. beim Auge). Daher gibt es Fälle, wo man mit Nutzen ohne Blutentziehung, also ohne vorherige Einschnitte schröpft: die sog. trockenen Schröpfköpfe.