FeedFruchtträger
TierreichBrockhaus 1882

Fruchtträger (carpophorum) heißt in der Botanik der gemeinsame Stiel, an welchem die beiden Früchtchen der Umbelliferen ansitzen. Außerdem bezeichnet man als F. bei den Pilzen diejenigen Gebilde, an denen die Sporen sich entwickeln und die in ihrem Bau von dem vegetativen Teile des Pilzes verschieden sind. (S. Pilze.) Druchmasser s. Fruchtfolge. ruchtwasser Schaf⸗ oder Amnionwasser, Liquor amnii) nennt man die Flüssigkeit, welche mitsamt dem Embryo den von den Eihüllen gebildeten Hohlraum erfüllt und zunächst von der innersten Eihaut, dem Amnion (s. d.) umschlossen wird. Das F. ist eine klare gelbgrünliche Flüssigkeit von schwach alkalischer Reaktion und sehr verschiedenem spezifischen Gewicht (1,002 bis 1,028), welche von den Blutgefäßen der Gebärmutter abgesondert wird und sich deshalb im allgemeinen wie ein verdünntes Blutserum verhält; es besteht außer Wasser aus Eiweiß, verschiedenen Salzen, Harnstoff und Kreatinin. Seine Menge ist eine sehr verschiedene; gegen das Ende der Schwangerschaft beträgt sie durchschnittlich ½ bis 1 kg. Der Nutzen der F. liegt zunächst darin, die Eihöhle in ihrer Form und Ausdehnung zu erhalten, die Frucht vor mechanischen Schädlichkeiten, welche den mütterlichen Leib treffen, zu schützen, sowie die Kindesbewegungen zu erleichtern und sie der Mutter weniger fühlbar zu machen; auch trägt das F. dadurch, daß es die Eihäute in Gestalt einer Blase in den Mutterhals treibt, zur allmählichen Erweiterung des Muttermundes und damit zur Erleichterung der Geburt bei. Als falsches Fruchtwasser bezeichnet man eine krankhafte Ansammlung von wässeriger Flüssigkeit zwischen den Cihäuten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 386Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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