FeedSturz (Friedr. Wilh.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Sturz (Friedr. Wilh.), verdienter Schulmann und Philolog, geb. 14. Mai 1762 zu Erbisdorf bei Freiberg im sächs. Erzgebirge, widmete sich zu Leipzig theol. und philol. Studien und habilitierte sich 1786. Im J. 1788 wurde er als Professor der Beredsamkeit an das Gymnastum zu Gera berufen und 1803 zum Rektor der Landesschule in Grimma ernannt. Dieses Amt verwaltete er bis zu seiner Emeritierung 1823. Er starb 20. Mai 1832. Unter seinen Schriften sind zu erwähnen: die Ausgabe von Kleanthes, «Hymnus in Jovemo (Lpz. 1785; neue Aufl. von Merzdorf, 1835), der Fragmente des Hellanikus (2.Aufl., Lpz. 1828), des Pherecydes (2. Aufl., Lpz. 1828) und des Empedokles (2 Tle., Lpz. 1805), des Etymologicum Graecae linguae Gudianumo (Lpz. 1818) und «Orionis etymologicum (Lpz. 1820) nebst den Novae annotationes ad etymologicum magnumo (Lpz. 1828) und des Dio Cassius (8 Bde., Lpz. 1824 — 25), das von Thieme begonnene Lexicon Xenophonteumo (4 Bde., Lpz. 1801 —4) und die Schrift De dialecto Macedonica et Alexandrina (Lpz. 1808). 159Feurl8 Pet.), deutscher Schriftsteller, geb. 16. Febr. 1736 zu Darmstadt, studierte 1754 57 zu Göttingen, Jena und Gießen die Rechte und daneben Ästhetik. Im J. 1759 wurde er zu München Sekretär bei dem kaiserl. Gesandten Baron von Widmann, 1760 Privatsekretär des Kanzlers von Eyben in Glückstadt. Dieser sendete ihn nach Kopenhagen, wo er von dem Grafen von Bernstorff dem Altern erst als Privatsekretär und 1763 im Departement der auswärtigen Angelegenheiten angestellt wurde. Die Erinnerungen aus Bernstorffs Leben » (1777) sind ein Denkmal der Dankbarkeit gegen Bernstorff. Im J. 1768 begleitete er als Legationsrat Christlan VII. auf einer Reise nach England und Frankreich. Dieser Reise verdankt man die schönen «Briefe eines Reisendeno, die zuerst im« Deutschen Museump (1777) erschienen. Im J. 1770 wurde S. bei dem Generalpostdirektorium angestellt; allein Struensees Fall zog 1772 auch den seinigen nach sich. Er wurde verhaftet; erst nach vier Monaten freigegeben und erhielt eine Pension, wovon er eine Zeit lang in Glückstadt und Altona lebte. Später wurde er vom dän. Hofe als Regierungsrat zu Oldenburg angestellt und 1775 oldenburg. Etatsrat. Er starb 12. Nov. 1779 zu Bremen. S. gehört zu den geschmackvollsten Prosaikern der frühern deutschen Litteratur. Die beste, aber nicht ganz vollständige Ausgabe seiner «„Schrifteno (2. Aufl., Lpz. 1786) erschien nach seinem Tode.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 331Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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