Mosenthal (Salomon Herm., Ritter von), namhafter dramatischer Dichter, geb. 14. Jan. 1821 zu Kassel, von israelit. Abkunft, widmete sich auf der Polytechnischen Schule zu Karlsruhe naturwissenschaftlichen Studien. Dann wurde er Erzieher bei einem Bankier in Wien, 1851 Archivar im österr. Unterrichts⸗ und Staatsministerium, 1871 in den Adelsstand erhoben und starb 17. Febr. 1877 in Wien. M.s Ruf begründet sich vorzugsweise auf die Volksschauspiele „Deborahs (Pest 1850; 4. Aufl., Preßb. 1875) und „Der Sonnenwendhof» (Lpz. 1856; 3. Aufl. 1875), sowie auf das Drama „«Die deutschen Komödianten » (Lpz. 1863). Die beiden ersten Stücke übten durch glänzende Sprache, malerische und dichterische Effekte und geschickte Kontraste auf der Bühne große Wirkung aus. Weniger Erfolg auf der Bühne hatten „Cäcilie von Albanos, «Ein deutsches Dichterlebeno (Bürger und Molly, 1850), das Volksschauspiel „Der Goldschmied von Ulme, das histor. Schauspiel «Düweke (Lpz. 1860) und das Trauerspiel „Pietray (Lpz. 1865). Später veröffentlichte M. noch die Dramen „Der Schulz von Altenbüren v (Lpz. 1868), 4Isabella Orsini o (Lpz. 1870), «Maryna v (Lpz. 1871) und das Lustspiel «Die Sirene v (Lpz. 1875). Von Mis übrigen poetischen Arbeiten sind noch zu nennen «Das gefangene Bilde (Stuttg. 1858), eine dramatische Phantasie, und eine Sammlung seiner lyrischen Tichtungen (aGesammelte Gedichtevs, Wien 1866). Seine „Gesammelten Werkes erschienen in 6 Bänden (Stuttg. 1877).