Swammerdam (Jau), berühmter holländ. Naturforscher, geb. zu Amsterdam 12. Febr. 1637, bezog 1661 die Universität zu Leiden, um Medizin zu studieren, und widmete sich besonders der Anatomie. Nachdem er sich noch in Saumur und Paris aufgehalten, kehrte er 1665 nach Amsterdam, 1666 nach Leiden zurück, wo er sich 1667 die mediz. Doktorwürde erwarb. Von nun an lebte er in Amsterdam, wo er sich mit anatom. und zoolog. Studien beschäftigte. Er vervollkommnete die Kunst der Injektion und der feinern Anatomie und machte viele neue Entdeckungen in den Naturwissenschaften. Durch zu angestrengten Fleiß richtete er aber seine Gesundheit zu Grunde, sodaß er in tiefe Hypochondrie versiel. In dieser Stimmung las er die schwärmerischen Schriften der Bourignon (s. d.). Im J. 1675 reiste er nach Schleswig, wo sich die Bourignon damals aufhielt, und das Jahr darauf in Angelegenheiten derselben nach Kopenhagen. Mit sich und der Welt zerfallen, starb er nach langen körperlichen und geistigen Leiden zu Amsterdam 15. Febr. 1685. Von seinen Schriften sind besonders anzuführen. aAlgemeéene Verhandeling van bloedeloose Diertjenso (Utr. 1669; lat., Leid. 1685) und Miraculum naturae, seu uteri muliebris fa⸗- bricap (Leid. 1672). Einen Teil seiner Papiere hatte er vor seinem Tode vernichtet, einen andern aus Mangel für einen geringen Preis verkauft. Letztere gelangten ein halbes Jahrhundert nachher an Boerhaave, der sie unter dem Titel „Biblia naturae, sive historia insectorum in certas classes reducta, etc.o (2 Bde., Leid. 1737—38; deutsch, Epz. 1752) herausgab. Sdwamps (engl.), d. h. Moräste, speziell die am Albemarlesund (s. d.) Swandowu (vom engl. swan, d. i. Schwan, und down, d. i. Flaum), eine Art rauher Barchent. Sdanevelt (Herm. van), ausgezeichneter holländ. Landschaftsmaler, wurde zu Woerden um 1600 geboren und soll Gerh. Dow zum Lehrer gehabt haben; doch ging er sehr jung nach Italien, wo er Claude Lorrain zum Muster erwählte. Sein eingezogenes Leben zog ihm den Namen des Cinsiedlers ('Eremita) zu, unter dem er sehr bald allgemein bekannt wurde. Alle seine Arbeiten, Gemälde, Zeichnungen und geätzte Blätter tragen das Gepräge der poetischen Auffassung der Natur und ihrer treuen Nachahmung. Im J. 1653 wurde er Mitglied der pariser Akademie. Seine Olbilder sind selten. Häufiger findet man seine geätzten Blätter, 116 an der Zahl, die in der Wahl der Darstellungen, in der verständigen Verteilung des Lichts und des Schattens und in der Vollkommenheit der technischen Behandlung zum Teil unübertrefflich sind. S. starb zu Rom um 1655. Swan-Hill, s. Castle Donington. Sdwan-River, s. Schwanenfluß.