Systöle (grch., d. i. Zusammenziehen) nannte man in der antiken Metrik die durch das Versmaß veranlaßte Verkürzung einer an sich langen Silbe, z. B. stétérunt statt stétérunt. In Wirklichkeit handelt es sich hier fast durchgehends um von alters her in der Sprache nebeneinander stehende Doppelformen, nicht um eine metrische Kürzung. Der S. ist die Diastöle (s. d.) entgegengesetzt.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 420Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei