FeedSzolnok-Doboka
ErdkundeBrockhaus 1882

Szolnok-Doboka, Komitat in Siebenbürgen, 5149,82 àEm groß, im J. 1876 aus dem frühern Komitate Inner-Szolnok, dann aus Teilen des Komitats Doboka und des Kövärer Distrikts gebildet, ist im allgemeinen gebirgig, mit zahlreichen Thälern, aber nur das Szamos⸗ und das Sajothal sind von größerer Bedeutung. S. hat viel Mineral⸗, namentlich Solquellen; Hauptfluß ist der Szamos; bemerkbar ist der 230 qkm große, fischreiche Hödassee, südöstlich von Szamos-Ujvär. Das Klima ist wechselvoll, doch gesund, der Boden von mittelmäßiger Ergiebigkeit. Einen Teil des Komitats bedecken Buchen⸗„Eichen⸗ und Tannenwälder und Bergweiden. Der Ackerbau erzeugt Mais, Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und wenig Kartoffeln; der Wein gedeiht zwar reichlich, besitzt aber keinen besondern Wert. Auch Obst, Hanf und Flachs wird viel produziert. Die Viehzucht ist in gutem Stande, namentlich die Pferdezucht; an jagdbarem Wild (Rehe, Bären u. s. w.) sind die Waldungen reich, ebenso liefert das Mineralreich außerordentlich viel Salz und Eisen, Gold und Silber nur wenig. Die Einwohnerzahl beträgt (1880) 193 677 Seelen und zwar Magyaren (16,80 Proz.), Deutsche (2,45 Proz.) und Rumänen (77,83 Proz.). Dem Bekenntnisse nach sind es zumeist griech. Katholiken (61,52 Proz.), außerdem Griechisch-Orientalische (16,29 Proz.), Reformierte (12,35 Proz.), Juden (3,92 Proz.), röm. Katholiken (3,85 Proz.). Die Hauptbeschäftigung ist Ackerbau, Viehzucht und Bergbau, Industrie wird nur handwerksmäßig oder als häusliche Beschäftigung betrieben. Die Städte Szamos-Uivar (f. d.) und Dess (s. d.) sind die bedeutendsten Orte des Komitats, dessen Sitz die Stadt Dees ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 427Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6