FeedGömör
ErdkundeBrockhaus 1882

Gömör, Komitat im diesseitigen Theißkreise des Königreichs Ungarn, hat einen Flächenraum von 1418,02 àlem. Der Boden ist größtenteils (durch Zweige der Karpaten) gebirgig. Der bedeutendste Berg ist der Königsberg von etwa 1600 m Höhe. Die bei dem Dorfe Agtelek (s. d.) befindliche Tropfsteinhöhle ist eine der merkwürdigsten Europas. G. wird nach allen Richtungen von flößbaren Gewässern durchschnitten, unter denen namentlich die in die Zips führenden Flüsse Hernäd und Gölnicz, der Gran⸗ und der Sajofluß hervorzuheben sind, welche zur Belebung der Gewerb⸗ und Handelsthätigkeit viel beitragen. Der Ackerbau ist wegen des gebirgigen Bodens nicht sehr bedeutsam; desto ausgedehnter aber ist die Obstkultur, der Bergbau und die durch treffliche Weiden begünstigte euboen Die Erzeugnisse der letztern gehören zu den besten in Ungarn und bilden einen sehr gewinnbringenden Handelsartikel. Der Ackerbau liefert in den nördlichern Teilen des Komitats nur Hafer, Heidekorn und Kartoffeln; im Süden erzeugt man schon Roggen, Weizen, Mais und Tabak, selbst die Weintraube kommt an einzelnen Orten fort; vortrefflich ist der Anbau von Hanf und Flachs. Der Holzreichtum in den ausgedehnten Waldungen ist bedeutend. Betreffs des Mineralreichtums gehört G. zu den gesegnetsten Komitaten; an Eisenerzen ist es das rei ber daher auch zahlreiche Eisenhämmer und Eisengießereien bestehen. Die bedeutendsten Bergwerke sind zu Theißholz, Dobschau und Rosenau. Unter den übrigen Industriezweigen des sehr gewerbthätigen Komitats sind namentlich hervorzuheben die Papierfabrikation, die Verfertigung von Leinwand und von Töpferwaren, sowie die Glasfabrikation in Kokawa. Überaus reich ist das Komitat an Mineralquellen. Die Bevölkerung beläuft sich (1880) auf 165268 E.; der Nationalität nach: Magyaren (48,2 Proz.), Slowaken (43,8 Proz.) und Deutsche (3,4 Proz.); in Bezug auf das Religionsbekenntnis: Katholiken (42,5 Proz.), Evangelische Augsburgischer Konfession(36,3 Proz.), Cvangelische Helvetischer Konfession (18,5 Proz.) und 4261 Juden; die Katholiken haben einen Bischof zu Rosenau, Stadt mit 4737 E. Der Hauptort ist der Flecken Rima-Szombath (Groß-Steffelsdorf) mit 4844E. Gomorrha, hebr. Amora, d. h. Überflutung, ist der (nachmalige) Name einer der vier Städte des Siddimthals, die in alter Zeit bei einem furchtbaren Naturereignis vom Toten Meere verschlungen worden sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 186Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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