Tanganjika, See im östl. Aquatorialafrika, etwa zwischen 3· 15 bis 8 44 südl. Br. und 29˙ 40 bis 31e 40 östl. L. (von Greenwich). Er wurde im Febr. 1858 von Speke und Burton entdeckt, dann von Livingstone, Cameron und Stanley befahren, von letzterm 1876 ganz umschifft; unter den spätern Reisenden, die ihn besuchten, sind Thomson, Girard, Wißmann, Cambier, Kaiser, Böhm, Reichard zu nennen. Etwa in der Mitte der Westküste des Sees entdeckte Cameron 1874 den Lukugafluß, einen zeitweiligen Ausfluß des Sees nach dem Lualaba oder obern Congo. Der See liegt nach Wißmann 814 m hoch, sein Areal wird auf 31450 qm berechnet; überall treten Gebirge an die Ufer heran, nur im Norden bildet das Deltaland des dort mündenden Rufisi eine Ebene. Die Inseln des Sees sind nur kleine Küsteninseln. An seinem Ostufer m21 Kawele in der Landschaft Üdschidschi, wo im Aug. 1878 die engl. Missionare Thomson, Hore und Hutley eine Missionsstation errichteten; ferner gründete weiter südlich, nahe der Stadt Karema, die Internationale afrik. Association eine belg. Station. Am Südwestende erwarb Reichard kleinere Landschaften als Eigentum.