Tannahill (Rob.), schott. Dichter, geb. 3. Juni 1774 zu Paisley, wurde, wie sein Vater und seine Brüder, Weber. Er zeichnete sich bald als Liederdichter in schott. Mundart aus; sein Freund Robert Archibald Smith, ein damals beliebter Tonsetzer, bahnte seinen Liedern den Weg zur Volkstümlichkeit. Erst 1807 ließ T. sich bewegen, ein Bändchen „Poems and songso herauszugeben, das mit Beifall aufgenommen wurde; mancherlei Unannehmlichkeiten machten indessen den Dichter schwermütig und endlich verfiel er in Wahnsinn, in welchem er sich 17. Mai 1810 das Leben nahm. Seine Lieder gehören noch zu den volkstümlichsten in Schottland und zeichnen sich namentlich durch ihre Naturschilderungen aus. Ins Deutsche sind sie übersetzt von Heintze im zweiten Bande des «Caledon⸗ und in Auswahl von Fiedler im zweiten Bande der Schott. Liederdichtungo. Eine Sammlung seiner Werke nebst Biographie erschien 1838 in Glasgow (neue Aufl., Paisley 1874).