Taschenspieler (auch wohl restidigitateurs, eigentlich Schnellfingerer, und Jongleurs, vom lat. joculator) nennt man Leute, welche Kunststücke verrichten, die als das Werk großer, durch lange übung erprobter Gewandtheit sich darstellen. Diese Künstler bedienen sich auch für ihre Kunststücke eigens vorgerichteter Instrumente und vermögen um so mehr zu leisten, je geschickter sie dabei die Chemie und Experimentalphysik anzuwenden verstehen. Eine Menge zum Teil sehr anziehender Taschenspielerkünste findet man beschrieben in Martius «Unterricht in der natürlichen Magie Lert 1786.— von Wiegleb und Rosenthal, 20Bde., Berk. 1786—1805) und ähnlichen Werken. Schon im Altertum gab es T., die, wie im Mittelalter und noch gegenwärtig unter ungebildeten Völkern, für Zauberer galten. Das eigentliche Vaterland der T., welche daraus ein Gewerbe machten, scheint Agypten zu sein. In Griechenland und Rom erreichte die Taschenspielerkunst schon einen sehr hohen Grad der Ausbildung. Auch Indien zeichnete sich frühzeitig in derselben aus. In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrh. erwarben sich Pinetti, Eckartshausen und insbesondere Philadelphia, in neuerer Zeit Bosco, Dobler, Frickel, Houdin und Herrmann als Künstler dieser Art einen Ruf.