FeedTastzirkel messen lassen
TierreichBrockhaus 1882

Tastzirkel messen lassen, nehmen die Zungenspitze und tdie Fingerspitzen wahr, während die Haut an den „Extremitäten, z. B. auf dem Rücken, erst gröbere tUnterschiede empfindet. Die Haare, Nägel und Zähne, die an sich unempfindlich sind, vermitteln gleichwohl das Tasten durch übertragung auf die Haut, in welcher sie wurzeln. Der T. vermittelt ferner die Ortswahrnehmung, insofern ihm die Fähigkeit zukommt, Druck⸗ oder Temperatureindrücke auf die Hautstelle zurückzubeziehen, auf welche sie einwirken. Die Fähigkeit, feine Unterschiede des Drucks und der Temperatur wahrzunehmen, ist, wie die Leistungen der andern Sinnesorgane, einer höhern Ausbildung fähig, wie man namentlich an Blinden beobachten kann, welche in ihrem Verkehr mit der Außenwelt auf dieses Organ angewiesen sind. Große Verschiedenheit der Tastorgane findet sich bei den Tieren. Hier sind es die sich in einen Rüssel endigenden Nasen einiger, die Barthaare, die Zunge, die Lippen anderer Säugetiere, die Zunge vieler Vögel und Amphibien, die Fäden am Kopfe mehrerer Fische, die Fühlhörner und Freßzangen mehrerer Insekten, die Fühlfäden der Mollusken u. a. Wie der T. durch übung ausgebildet zu werden vermag, so können die Tastorgane auch abgestumpft werden, wie dies namentlich bei Menschen der Fall ist, welche schwere Handarbeit verrichten. Sehr beträchtliche Störungen des T. finden sich bei verschiedenen schweren Erkrankungen des Gehirns und Rückenmarks. Vgl. Bernstein, „Die fünf Sinne des Menschen⸗ (Lpz. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 490Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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