Taurusübergang, die Cilicischen Pforten bei den Alten, jetzt Gülek-Boghäz genannt, durchsetzt, auf der großen Heer⸗ und Karawanenstraße zwischen Kleinasien und Syrien gelegen, das Gebirgelwelches ier im Westen ulgar-Dagh, im Osten Aladagh eißt) in engen DefilLen im Norden von Tarsus; es hat in der Kriegsgeschichte wiederholt eine wichtige Rolle gespielt. Ostlich von dieser Passage durchbrechen zwei Flüsse den T., nämlich vom Norden kommend der Seihün (Sarus der Alten), der unterhalb Adana mündet, und weiterhin, von Nordosten herkommend, der Dschihän (Pyramus), der in dessen Nähe sich ergießt und den T. von dem Gebirgszuge Amanus trennt, welcher unter den jetzigen Namen Dschebel-Musa, Kisil⸗ und Akmaden⸗ im Osten, und als Giaur-Dagh im Norden den Golf von Issos (jetzt von Skanderün) umzieht und den T. mit dem syr.⸗palästin. Gebirgslande verbindet. Weniger bedeutend sind die zahlreichen übrigen Flüsse, die der T. gegen Süden dem Meere zusendet, wie der Tarsus-Tschai (Cydnus) bei Tarsus, der Gök-Su (Calycadnus) bei Selefkieh, d. i. der durch Friedrich Barbarossa's Tod bekannte Selef, ferner der Köpri-Su (Curymedon, bekannt durch Cimons Sieg), u. a. m. Am nördlichen Fuße des T. liegen mehrere bedeutende, meist salzige Seen. Im Osten des erwähnten Hauptpasses zweigt sich ein mächtiger Seitenarm des T. ab, welcher, von den Alten Antitaurus genannt, anfangs das obere Thal des Seihun einschließend, gegen Norden ieht, sich dem Kizil-Irmak (Halys), dann, gegen ordosten gewendet, dem Euphrat nähert und die Wasserscheide zwischen beiden Flüssen bildet. Die verschiedenen Gebirgsketten und Gebirgsgruppen der Halbinsel, selbst der Nord⸗ und Westrand derselben sind nicht als Zweige des T. und Antitaurus anzusehen. Dagegen hat die systematisierende Geographie den Namen T. als Kollektivnamen auch auf die weitern östl. Fortsetzungen des eigentlichen T. übertragen, nicht nur auf die von den Alten Tauruso genannte armen. Gebirgskette, welche jenseit des Euphrat die Wasserscheide zwischen dessen südl. Quellarm und dem Tigris bildet, sondern auch auf die nördl. Randgebirge Irans bis zum Hindukuh und Himalaja. In diesem Sinne wird sogar der Kuen-lün in Tibet und seine (wahrscheinliche) Fortsetzung, der Peling in Mittelchina, als das östl. Ende des Taurussystems betrachtet, welches dann vom Agäischen Meere bis zur Tiefebene Chinas quer durch ganz Asien in einer Ausdehnung von 8250 km reicht, und in den kleinasiatischen, den armenischen, den persischen und den tibetanischen T. als Hauptabteilungen zerlegt wird.