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ErdkundeBrockhaus 1882

Cilicien, Landschaft im südl. Kleinasien, grenzte im N. an Kappadocien, im O. an Syrien, im S. an das Mittelmeer, im W. an Pamphylien und Pisidien und zerfiel in das westliche oder gebirgige und rauhe C., das heutige Sandschak Itsch-Ili im Vilajet Adana, und in den östlichen oder ebenen und fruchtbaren Teil, jetzt das Sandschak Adana. Das ganze Land war außer von der See her hauptsächlich nur durch drei schon im Altertum berühmte Bergpässe des Taurus zugänglich, durch die vorzugsweise so genannten Cilicischen Pässe (Pylae Ciliciae, jetzt Gülek Boghaz, d. i. Enges Thor genannt), zwischen Tyana und Tarsus, durch welche Alexander aus Kappadocien eindrang, durch die Amanischen am Gebirge Amanus, durch welche Darius zog, und durch die Syrischen, die durch zwei Mauern verengt waren, und durch welche Alexander 86 dem Raphe bei Issus nach Syrien eindrang. Schon Kenophon bezeichnet die Cilicischen Pässe als den einzigen, für ein Heer brauchbaren Zugang nach C. von Norden her. Ibrahim Pascha ließ dieselben nach der Eroberung Syriens durch acht Batterien befestigen; doch wurden 1 100 Werke 1840 wieder zerstört. Die Cilicier selbst standen bei den Griechen in einem sehr übeln Rufe. Sie waren weithin gefürchtet und berüchtigt wegen ihrer Seeräuberei, die erst durch Pompejus gebrochen wurde. Nachdem zuerst selbständige einheimische Fürsten, die nicht sowohl den Namen als den Titel Syennesis geführt zu haben scheinen, in C. geherrscht hatten, kam das Land unter pers. Hoheit, anfangs noch unter seinen eigenen Fürsten, später unter Statthaltern, hierauf, nach Alexanders Siege bei Issus (333 v. Chr.), unter macedonische, dann unter syr. Herrschaft und wurde sodann eine röm. Provinz, die unter andern auch Cicero verwaltet hat. Vgl. Preuß, De Cilicia Romanorum provincia (Königsb. 1859), und Hartung, «De Ciliciae Romanorum provinciae origine etc. (Halle 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 398Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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