Tausig (Karl Friedr.), ausgezeichneter Klaviervirtuos, geb. zu Warschau 4. Nov. 1841, erhielt zuerst von seinem Vater, Aloys T., einem Klavierlehrer in Warschau, und dann von Liszt in Weimar Unterricht, und ließ sich zuerst in Wien nieder, wo er hauptsächlich der Liszt⸗-Wagnerschen Richtung Boden zu verschaffen sich bestrebte. Im J. 1865 wandte er sich nach Berlin und errichtete eine Schule des höhern Klavierspiels, welche aber nur bis 187⁰ bestand. Er starb in Leipzig 17. Juli 1871. T. war in technischer Beziehung ein Meister ersten Ranges, dagegen vermißte man bei seinem Spiel die seelische Wärme und den tiefern musikalischen Ausdruck. autazismus, s. unter Tautologie.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 508Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei