FeedTautochronische
HimmelskundeBrockhaus 1882

Tautochronische Erscheinungen nennt man zunächst solche Erscheinungen, welche, wie die Schwingungen eines mathematischen Pendels, in genau gleichen Zeiträumen erfolgen. Eine tautochronische Erscheinung ist z. B. auch der Fall eines Körpers, welcher gezwungen ist, die unter dem Namen «Cykloides bekannte Kurve zu beschreiben, weil derselbe, um den tiefsten Punkt derselben zu erreichen, stets dieselbe Zeit gebraucht, gleichviel, welches die Länge des beschriebenen Bogens ist. — In anderm Sinne bezeichnet man mit tautochronischen Erscheinungen diejenigen Erscheinungen, welche, wie die Verfinsterungen des Mondes und der Jupitertrabanten oder das Aufleuchten von Sternschnuppen für alle Veobachter in einem und demselben absoluten Zeitmoment eintreten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 508Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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