Telephon, aus zwei Resonanzböden (Cigarrenkästchen ohne Deckel) her, welche durch einen straffgespannten Bindfaden oder besser durch einen Eisendraht miteinander verhunden sind; bei 3—4 ddem Resonanzbodenfläche ließ sich auf über 600 m Entfernung durch einen 0,„6mm dicken Draht ganz leises Klopfen und der Schall der Stimme vernehmen. Nimmt man anstatt der Res onanzböden zwei Membranen, so läßt sich die Sprache mehrere hundert Meter weit deutlich übertragen. Während es sich hierbei um eine wirkliche Fortpflanzung des Schalls in einem Schallleiter handelt, werden in den elektrischen Telephonen die an dem einen Orte vorhandenen tönenden Schwingungen zur Schließung und Unterbrechung, zur Verstärkung und Schwächung oder zur Erregung von elektrischen Strömen verwendet und durch letztere dann an einem andern Orte neue tönende Schwingungen hervorgebracht, welche jenen am erstern Orte gleichen. Das erste elektrische Telephon wurde von Philipp Reis in Friedrichsdorf bei Frankfurt a. M. wahrscheinlich w1860 erfunden, aber erst 1861 beschrieben; bei ihm wurde durch eine Membran, gegen welche gesprochen oder gesungen wurde, der Strom einer galvanischen Batterie in rascher Folge abwechselnd geschlossen und unterbrochen; in der Empfangsstation aber durchlief der Strom eine Drahtspule und versetzte den in dieselbe eingelegten dünnen Eisenkern in tönende Längsschwingungen, deren Tonhöhe von dem Tempo der Stromschließungen, also von der dieselben bewirkenden schwingenden Membran abhängig war. Verbesserungen dieses T., welche bereits 1863 Legat vorschlug, näherten seine Einrichtung den die gesprochenen Worte ganz deutlich wiedergebenden neuern T., welche sich in galvanische Telephone und Magnettelephone einteilen lassen, je nachdem bei ihnen als Stromquelle eine galvanische Batterie oder ein Magnetinduktor benutzt wird. Zu den Magnettelephonen gehört das sehr einfache T. von Alex. Graham Bell in Boston (s. Tafel: Telegraph und Telephon, Fig. 23 Ansicht und Fig. 24 Schnitt), welches 1877 in einer sehr handlichen Form auch in Europa sich rasch verbreitete. Jedes dieser Bellschen T. ist Empfänger und Sender in Einem und trägt zugleich auch die Clektricitätsquelle in sich. Dasselbe arbeitet nämlich mit Magnetinduktionsströmen, welche dadurch erregt werden, daß die Eisenplatte p in seinem Mundstück V, gegen welche man spricht, durch die Luftschwingungen in Schwingungen vor dem auf den Pol Neines in einem Holzrohre untergebrachten Stahlmagnets a aufgesetzten Polstücke ar aus weichem Eisen versetzt wird; die dabei in der über diesen Pol gesteckten Spule b erregten Induktionsströme durchlaufen die Spule eines zweiten in denselben elektrischen Stromkreis LI La eingeschalteten, ganz ebenso eingerichteten T., das man aber als Empfänger benutzt, indem man es mit seinem Mundstuck Wans Ohr legt; die Ströme (Wechselströme, s. d.) verstärken und schwächen im Empfänger die vom Magnet a auf die Platte pausgeübte Anziehung in rascher, regelmäßiger Folge, die Platte gerät daher in ebensolche Schwingungen wie die im Sender, und das Ohr vernimmt diese Schwingungen als Töne oder Worte, je nachdem die Platte im Sender durch einen Ton oder durch die menschliche Rede zum Schwingen gebracht wurde. Am deutlichsten hört man, wenn man gleichzeitig an jedes Ohr ein T. hält. Die von den Klemmschrauben K1 und K kommenden, in der Röhre Cliegenden Drähte sind bei gs mit den Drahtenden der Spule b verlötet. Die Schrauben f halten V und zugleich P auf der Verbreiterung U des Rohres Cfest. Mittels der Stellschraube d läßt sich die Entfernung des Magnets SNvon der Platte p regulieren. Dieses T. läßt sich überall da ganz zweckmäßig verwenden, wo zwei voneinander entfernte Personen trotz ihrer Entfernung voneinander in mündlichen Gedankenaustausch treten wollen. Seine Empfindlichkeit ist eine ganz überraschende und macht es auch als feinen Untersuchungs- oder Beobachtungsapparat brauchbar. Mit zwei solchen T. konnten unter anderm auf einer von Leipzig nach Dresden reichenden