Mikrophon, Bezeichnung für die eine Klasse der in der Telephonie gebräuchlichsten Geber. In dem M. versetzen die durch die Luft fortgepflanzten musikalischen oder durch Sprechen erregten Schallwellen eine Platte oder Tafel in Schwingungen, an welcher in geeigneter Weise zwei oder mehrere die Clektricität minder gut leitende Körper (vorwiegend Kohle) so befestigt sind, daß sich zufolge der Schwingungen der Platte, sei es durch Druckänderungen oder sei es durch Formänderungen, die Innigkeit der Berührung in einer jenen Schwingungen genau entsprechenden Weise in rascher Folge ändert; da nun die sich berührenden Körper in den Stromkreis einer galvanischen Batterie eingeschaltet sind, so ändert sich weiter mit der Innigkeit der Berührung auch der Widerstand, den die Berührungsstelle dem Strome bietet, und dadurch die Stärke des Stromes. Wird daher in den Stromkreis noch ein telephonischer Empfänger eingeschaltet, so werden die Stromstärkenänderungen in diesem eine Platte in übereinstimmender Weise in Schwingungen versetzen und so die gegen das M. gesprochenen Worte oder Töne wieder dem Ohr vernehmbar machen. Das M. eignet sich nur in sehr unvollkommener Weise, um als Empfänger benutzt zu werden. Befindet sich der Empfänger in größerer Entfernung von dem M., so führt man ihm die von dem M. beeinflußten Batterieströme nicht selbst zu, sondern benutzt eine Induktionsspule, deren primäre Rolle man von den in ihrer Stärke wechselnden Mikrophon-Batterieströmen durchlaufen läßt, damit sie in der sekundären, in dem nach dem Empfänger führenden Stromkreise liegenden Rolle elektro-elektrische Induktionsströme erzeugen, welche dann im Empfänger wirken. Nachdem Edison in einem Batterie-Telephon 1875 von der eben erwähnten Eigenschaft der Kohle, durch Druck ihren Widerstand zu ändern, Gebrauch gemacht hatte, kam Professor D. E. Hughes 1878 auf die Erfindung des eigentlichen M.s; dagegen sprach 1881 das amerikanische Patentamt die Priorität der Erfindung dem Hannoveraner E. Berliner in Washington zu. Das M. von Hughes bestand einfach aus zwei rechtwinkelig aneinander befestigten Holzbrettchen; an dem vertikalen waren in entsprechender Entfernung übereinander zwei in den Stromkreis eingeschaltete Kohlenstückchen befestigt, welche an den einander zugewandten Flächen zwei kleine Vertiefungen besaßen; in diese Vertiefungen wurde in vertikaler Stellung ein Kohlenstäbchen lose eingesetzt, sodaß es durch die Schwingungen der Platte in Erzitterungen versetzt werden konnte. Ahnliche Einrichtung, wenn auch bei anderer Lage der Kohlenstäbe, haben die M. von Croßley, Gower, Ader. Sehr verbreitet sind die M. von Berliner und von Francis Blake in Preston. Bei Berliners M. liegt hinter einem Schalltrichter eine Eisenblechplatte, welche auf ihrer Rückseite in der Mitte eine Neusilberhülse mit eingelegten Kohlenplättchen trägt; auf die Kohlenplatte legt sich durch sein Gewicht mit seinem abgerundeten Ende ein Kohlencylinder, welcher in einer Messinghülse steckt und mittels derselben an einem Messingblech befestigt ist, das durch zwei Schrauben wieder am Ende eines zweiten, dickern Blechstreifens festgemacht ist und sich pendelnd um beide Schrauben bewegen kann. In Blakes M. liegt die schwingende Platte nicht mit im Stromkreise, vielmehr wird gegen seine Mitte ein an einer schwachen Feder hängendes Platinhämmerchen durch eine von einer kräftigern Feder getragene Kohlenplatte gedrückt, während die schwächere Feder das Hämmerchen von der Eisenblechplatte hinwegzudrücken und abzuheben strebt; beide Federn, das Platinhämmerchen und die Kohlenplatte liegen im Stromkreise der Mikrophonbatterie.