Teroerones (span.), Terzeronen, Abkömmlinge von Europäern mit Mulatten. erdschuman, s. unter Dragoman. Terebinthaceen (Terebinthacéae) oder Anacardiaceen, Pflanzenfamilie aus der Gruppe der Dikotyledonen. Man kennt gegen 500 Arten, die fast ausschließlich in den Tropengegenden vorkommen. Es sind Bäume oder Sträucher mit alternierenden einfachen oder zusammengesetzten Blättern und meist kleinen fünfzähligen Blüten. Zahlreiche Arten dieser Familie sind wichtige Nutzihtes Gel teils wegen ihrer Früchte, teils wegen hres Gehalts an Harz u. dgl. (Vgl. Anacarium, Pistazien, Mangifera.) Terebintheugallen, s. unter Wolllaus. Terebinthinen nennt man eine Abteilung der Dikotyledonen, die außer der Familie der Terebinthaceen oder Anacardiaceen noch die der Simarubeen, Amyrideen, Rubiaceen, Meliaceen u. a. umfaßt. In den neuern systematischen Werken hat man diese Gruppierung aufgegeben. Terebinthus, Baumart, s. Pistazien. Terebratula, Lochmuscheln oder Terebratelen, s. unter Armfüßler. Teredo, s. Bohrwurm. Teredon, im Altertum und Mittelalter Handelsplatz an der frühern südwestl. Mündung des ETeret s. unter Basra. eregova, Engpaß im Thale des Temesflusses im Komitat Krassö-Szöreny in Ungarn; der Paß erstreckt sich bis zum Orte Slatina und besaß seit den Zeiten der Römer, später insbesondere in den Türkenkriegen wichtige strategische Bedeutung. Es befanden sich hier ehedem auch künstlich angelegte Befestigungen, deren Ruinen noch heute sichtbar sind. Im Engpaß von T. war im Juni 1738 der Großherzog Franz von Lothringen, später römisch—⸗ deutscher Kaiser, verkleideten walachischen Straßenräubern in die Hände gefallen; als diese den Großherzog erkannten, flehten sie um Gnade und führten ihn ungefährdet zur kaiserl. Armee zurück. Terek (armenisch Lerch, grusinisch Tertschi), ein durch Länge, Breite und Wasserfülle bedeutender Strom des Kaukasus, insbesondere des russ. Gouvernements Stawropol, entsteht aus den Gletschern der Berge Sürchu-barsom, Siwera-uta und Choch, unweit des Kasbek, durchströmt in einem tiefen, engen Thale das Hochgebirge und die Kabarda in nordwestl. Richtung, erreicht bei Jeka⸗ .½ die Ebene, wendet sich dann ostwärts über Mosdok, Naurskaja und Tscherwlennaja, zuletzt gegen Nordosten über Kisljar und mündet nach einem Laufe von 480 Em in das Kaspische Meer. Von Kisljar an, wo sich der Strom in drei Hauptarme teilt, bildet er ein großes, bis 110 kmbreites sumpf-und wiesenreiches Delta, zum Teil von tatar., zum Teil von kalmück. Nomaden bewohnt, die ein reiches Weideland für 0 Herden finden. südl. oder Hauptarm, auch Neuer T. genannt, mündet nach einem Laufe von 48 km in die von einer gegen Norden gerichteten Landzunge (Kosa-Uts begrenzte Agrachanbucht, die 52 km lang ist. Schiffbar ist der T. nirgends, da er im obern Laufe zu reißend, im untern seine breiten Arme verschlämmt und zu seicht sind. Zwischen dem T. und der Kuma liegt die sog. Tereksche Steppe, ein Abhang des Kaukasus, mit dürrem, salzigem Boden, Salzplätzen und wenigen Kräutern. Tereksche Linie oder Terekstraße heißt eine Reihe kleiner Festungen, welche längs des T. von Mosdok aufwärts bis an die Gebirgspforte Dariel, den Hauptpaß des mittlern Kaukasus, von wo man südwärts zur Tiflisstraße nach Georgien hinabsteigt, reichen und zur Sicherung des Landes und des Handels gegen die Gebirgsvölker von den Russen angelegt sind. Dazu gehört besonders Wladikawkas mit schönen Kasernen, großem Hospitale, Kirchen und ⁷ Küchengärten. Von dem T. hat der Terche Landstrich oder das Gebiet des Terek in der kaukasischen Statthalterei seinen Namen, das 1885 auf 60870 akm 615 660 C. zählte. Die 32230 —2— desselben ist Wladikawkas mit (1883) Terekstraße, Handelsstraße, s. unter Thian-Terentia, s. unter Terentier (Geschlecht). Terentianus Maurus, ein lat. Grammatiker, nach der früher gewöhnlichen Ansicht vom Ende des 1. Jahrh. v. Chr., nach Lachmann vielmehr vom Ende des 3. Jahrh., verfaßte eine lat. Metrik in Versen unter dem Titel«De literis, Ssyllabis, metriso. Neuere Ausgaben sind die von Santen und Lennep (Utr. 1825), Lachmann (Berl. 1836) und Keil in den Grammatici Latinio (6 Bde., Lpz. 1874). Terentier, der Name eines röm. plebejischen Geschlechts, das in den Magistratsfasten nur selten, zuerst 380 v. Chr. mit dem konsularischen Kriegstribunen Gajus T. erscheint. — Bekannt ist namentlich Gajus Terentius Varro, der Sohn eines Fleischers. Er wurde durch die Gunst des Volks, die er als Sachwalter erwarb, zur Quästur, Adilität und 248 zur Prätur befördert. Nachdem er den Gesetzesvorschlag des Tribunen Metilius, der dem bisherigen Magister Equitum Minucius die gleiche Gewalt mit dem Diktator Fabius Cunctator verlieh, eifrig empfohlen hatte, wurde er für 216 mit Lucius Amilius Paulus zum Konsul gewählt. Durch seine Schuld kam es zur Niederlage bei Cannä (s. d.), aus der er sich nach Venusia 4 rettete. Als er nach Rom zurückkehrte, dankte ihm 4 der Senat, daß er nach dem Verluste der Schlacht nicht an der Rettung des Staats verzweifelte, auch wurde ihm noch mehrmals im zweiten Punischen Kriege die Befehlshaberschaft mit prokonsularischer und proprätorischer Gewalt anvertraut. Durch Adoption ging in das Terentische Gechlecht Bruder des Lucius Licinius Lucullus, karcus Licinius Lucullus (s. d.), über, der sich dann Marcus Terentius Varro Lucullus nannte. Aus dem Terentischen Geschlecht stammte Ciceros erste Gattin, Terentia, eine Frau von festem, aber auch herrischem und schroffem Charakter, die ihm zwei Kinder, Tullia und Marcus, gebar, und von der er sich nach mehr als 30jähriger Che 46 v. Chr. trennte, nicht, wie seine Gegner sagten, aus Neigung zu der jungen und reichen Publilia, die er bald darauf heiratete, sondern weil er in seiner Abwesenheit von ihr übervorteilt zu sein glaubte. Daß sie sich dann mit Sallustius und nachher mit Messala Corvinus verheiratet habe, ist eine unverbürgte Nachricht. Sie starb im Alter von 103 In der röm. Litteraturgeschichte sind drei T. berühmt, der Dramatiker Publius Terentius (s. d.) Afer, der, als Freigelassener von seinem Herrn, dem Senator Terentius Lucanus, den Namen erhielt; der gelehrte Marcus Terentius Varro (s. d.) aus Reate und der Dichter Publius Terentius Varro, geb. 81 v. Chr., von seinem Geburtsort, dem Flecken Atax im Narbonensischen Gallien, Ataeinus benannt, Verfasser von Epen und Lehrgedichten, sowie auch von Satiren.