Anacardium Rotth. (Nierenbaum) ist der Name einer Baumgattung der Tropengegenden, welche zu der Familie der Anacardiaceen gehört. Diese Bäume haben große, lederartige, ganzrandige Blätter, zweihäusige Blüten mit fünfteiligem Kelche, fünf schmalen Blumenblättern, acht bis zehn Staubgefäßen und einem einzigen hrucht, welch Aus letzterm entwickelt sich eine Steinfrucht, welche einem Geßall fleischigsaftigen Stiele von birnförmiger Gestalt aufsitzt, der gegessen werden kann. Die in der Mitte der vordern Seite eingedrückte Steinfrucht umschließt einen einzigen, nierenförmigen Samen. Die Früchte des in Westindien und Südamerika wachsenden A. occidentale haben wegen des in den Lücken ihrer dunkelbraunen Mittelschicht enthaltenen ätzenden Balsams, welcher, auf die Haut gebracht, Entzündung erregt, mediz. Anwendung gefunden und kommen unter dem Namen Westindische Elefantenläuse (Anacardia occidentalia) in den Handel; die Ostindischen Elefantenläuse (Anacardia orientalia) stammen dagegen von einem andern Baume derselben Familie, nämlich vom Semécarpus Anacardium. (S. Semecarpus.) Der ätzende Balsam der westind. Anacardien besteht aus einer scharfen, ölartigen Flüssigkeit, dem Cardol, und einer krystallisierbaren, fetten Säure, der Anacardsäure. Der Saft der Samenschalen dient als unauslöschliche Tinte, da ein damit schwarz gefärbtes Zeug sich nicht wieder von der Farbe befreien läßt. Außerdem enthalten die westind. Nierenbäume in ziemlich reichlicher Menge das sog. Acajougummi (s. d.); auch ist Catechin (s. d.) in denselben nachgewiesen worden.