Thann, Kreishauptort im Bezirk Oberelsaß des Reichslandes Elsaß-Lothringen, 42 km südwestlich von Colmar, 22 km nordwestlich von Mülhausen, Station der Linie Mülhausen-Wesserling der Elsaß-Lothringischen Eisenbahnen, an der Thur und am Eingange des schönen und industriereichen St. Amarinthals, ist Sitz einer Kreisdirektion und eines Amtsgerichts, hat ein Progymnasium und zählt (1885) 7474 meist kath. E. T. ist ein bedeutender Industrieort, namentlich bekannt durch seine chem. Fabriken und seine Kattundruckerei; dicht vor T. liegt Alt-Thann, ein reiner Fabrikort. In der Umgegend von T. wird viel Weinbau betrieben; der dortige Wein, der sog. Rangeno, gilt als einer der besten des Elsaß. Die St. Theobaldskirche mit einem 1430 begonnenen, 73 m hohen durchbrochenen Turm ist das nach dem straßburger Münster berühmteste got. Bauwerk des Elsaß. Die Herrschaft Thann gehörte bis 1789 nacheinander den Häusern Pfirt, Habsburg, Mazarin und Valentinois. Turenne zerstörte 1674 das bei T. liegende Schloß Engelburg, jetzt eine prachtvolle Ruine. — Der Kreis Thann zählt auf 523 ꝗkm (1880) 61031 E.