Münster, Kantonshauptort im elsaß-lothring. Kreise Colmar, Bezirk Oberelsaß, Landgerichtsbezirk Colmar, liegt 19 Em westlich von Colmar an der Linie Colmar-M. der Elsaß-Lothringischen Eisenbahnen und an der Fecht im sog. Münsterthale an der Vereinigung des Groß⸗ und Kleinthals und am Fuße des Münchbergs, zählt (1880) 5136 E., darunter 2606 Katholiken und 2500 Cvangelische, ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Hauptzollamts, hat eine Realschule und große, 1776 gegründete Spinnereien und Webereien von Hartmann u. Sohn mit Arbeiterwohnungen, Fabrikschulen u. s. w. Bei (Monasterium Gregorianae Vallis) wurde um 634 von Schülern des heil. Gregor eine Benediktinerabtei gegründet, um welche sich bald eine Stadt bildete. Seit 1235 war M. Reichsstadt, 1354 erhielt es die gleichen Privilegien wie Colmar. Das Münster⸗ oder Sankt Gregorienthal ist eins der schönsten Thäler der Vogesen mit ausgedehnter Industrie; es hat zum Teil einen vollständig alpinen Charakter; aus demselben kommen die bekannten Münsterkäse, welche in den zahlreichen Melkereien auf den Bergen bereitet werden. Von M. 47 eine kunstvoll 1842 —69 gebaute Straße mit Tunnel über die Schlucht, einen 1150 m ohen Bergrücken, nach Geradmer im franz. Depart. Vogesen. Vgl. Calmet, Ulistoire de L'abbaye de M.v (Colm. 1882). Müuster (Sebastian), Theolog, Mathematiker und Geograph, geb. 1489 in Ingelheim, studierte in Heidelberg und Tübingen, wurde Franziskaner, trat dann der Reformation bei, lehrte hebr. Sprache und Theologie in unb 23.W0 später in Basel auch Mathematik und starb 23. Mai 1552 in Basel. Er gab zuerst in Deutschland eine hebr. Bibel (2 Bde., Bas. 1534 — 35) heraus; sein Hauptwerk ist die „Cosmographia universa (Bas. 1544; 24 mal neu aufgelegt und oft übersetzt; deutsch 1629), eine der ältesten Geographien. [burg.