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GeschichteBrockhaus 1882

Thane (angelsächs. Thegn, thên, althochdeutsch degan, schott. than, thayne), im Lateinischen gewöhnlich mit minister übersetzt, nannte man zur Zeit der angelsächs. Herrschaft die die Gefolgschaft (gesidh, comitatus) eines Fürsten bildenden Dienstmannen, an welche später, als die Fürsten die Besetzung der früher durch freie Volkswahlen vergebenen Amter erlangt hatten, mit der weitern Ausbildung des Feudalstaats auch die verschiedensten Amter, wie die eines Ealdorman, Herzogs, Grafen, Richter, ja sogar eines Bischofs übertragen wurden. Mit dem Worte Than war in England selbst ein bestimmter Rang nicht bezeichnet. Erst nach der normann. Eroberung erscheinen die T. des Königs als identisch mit den Baronen, während die niedern, weniger einflußreichen T. etwa die Stellung der landed gentry innehatten. Nach Heinrich II. werden die T. in England nur noch selten erwähnt. In Schottland jedoch war Than bis Ende des 15. Jahrh. ein höherer Titel, welcher etwa dem eines engl. Carl (s. d.) entsprach und durch diesen auch später verdrängt wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 597Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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