Eiserner Vorhang, feuersicheres Verschlußmittel der Bühnenöffnung im modernen Theater. Der eiserne Vorhang, welcher dazu dient, bei Bühnenbränden den Feuerherd vom Zuschauerraum wenigstens so lange abzuschließen, als das Publikum Zeit braucht, sich zu entfernen, ist nach dem furchtbaren Brande des Ringtheaters in Wien (1881) fast in allen Theatern Deutschlands eingeführt. Er besteht entweder aus einer festen, aus Eisenplatten gefertigten Wand, oder aber aus einer eisernen Rolljalousie. Besonders ratsam ist die Verwendung von gewelltem Blech, welches schneller Erhitzung den meisten Widerstand entgegensetzt. Die Bewegung des eisernen Vorhangs muß von einem dem Feuer möglichst wenig ausgesetzten Raume 6 dirigieren sein und geschieht entweder durch Menschenkraft oder durch Gewichte und Wasserdruck. — notwendig ist es, wenn anders der eiserne Vorhang seinen Zweck völlig erfüllen soll, daß die Wand zwischen Bühne und Zuschauerraum, in der sich die Bühnenöffnung beindet, aus solidem Mauerwerk besteht. Auch muß in dem eisernen Vorhange eine nach beiden Seiten zu öffnende Thür angebracht sein, um Verspäteten oder dem Löschpersonal den Durchgang zu ermöglichen. Weniger empfehlenswert als der eiserne Vorhang ist die aus einem starken Eisendrahtgeflecht von 2—4 em Maschenweite bestehende Drahtedurtine, da sie weder dem Publikum das aufregende Schauspiel des Brandes verdeckt, noch den Rauch durchzudringen hindert. Der eiserne Vorhang wird bereits 1782 bei einem lyoner Theater erwähnt, kam dann 1794 auch im Drurylane-Theater zu London und seit Anfang des 19. Jahrhunderts an vielen andern Bühnen zur Anwendung.