Theca nennt man die Sporenkapsel oder Büchse bei den Moosen. (S. Musci.) Außerdem bezeichnet man mit dem Worte Thecae die beiden Hälften oder Fächer der Antheren. (S. Staubbeutel.) hedinghausen, Flecken im Herzogtum Braunschweig, Kreis Braunschweig, besteht aus den Dörfern Bürgerei, Hagen und Westerwisch, die mit noch elf Ortschaften eine von der Provinz Hannover begrenzte Enclave des Herzogtums bildet, 21 km im SO. von Bremen, an der Eyter, welche 3 Kmke unterhalb links zur Weser geht, ist Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1880) 1655 (das Amt 4379) evang. le C. und hat Landwirtschaft, Leinweberei und Handel mit Pferden, Schweinen und Milchkühen. „Thee (lat. Thea, frz. thé, engl. téea, spr. Tih), eine zur Familie der Ternströmiaceen gehörende Pflanzengattung, welche sich von der ihr zunächst ku stehenden Gattung Kamelie (s. d.), mit welcher sie neuerdings vereinigt wird, durch den nicht abfallen-Al den, fünfblätterigen Kelch und dadurch unterscheidaß die Mittelsäule der Kapsel bei deren Auf-vo pringen stehen bleibt. Man nahm früher verschie-all ene Arten an (Thea Bohea, chinensis, stricta, viridis) ö welche alle in China, Japan und Hinter— eh indien einheimisch sein sollten, dis Fortune (. d.)/ der sich lange Zeit in den Theedistrikten Chinas und Indiens aufhielt und die Fabrikation des T. gründlich studierte, nachwies, daß alle in den Handel kommenden Theesorten nur von Einer Art abstammen, welche allerdings überaus variiert, besonders bezüglich der Länge und Breite der Blätter, und von welcher im Laufe einer mehr als tausendjährigen Kultur, wie bei andern Kulturpflanzen (3z. B. dem Tabak, dem Weinstock, dem Hopfen, den Obstbäumen), eine Menge Kulturvarietäten entstanden sind, welche sich durch zu verschiedener Zeit erfolgendes Ausschlagen u. f. w. unterscheiden. Diese einzige Art ist 1hen chinensis Sims., eine schöne immergrüne Staude mit abwechselnden, lanzettförmigen, länglichen oder verkehrt-eiförmigen, gesägten, beiderseits kahlen oder auf den Nerven mehr oder weniger feinbehaarten Blättern und zu zwei bis vier am Ende der Zweige beisammenstehenden, ziemlich großen, sechs⸗ bis neunblätterigen, weißen, rosa angehäuchten, wohlriechenden Blumen, welche im wilden Zustande 6—10 m, als Kulturstrauch aber infolge häufigen Beschneidens höchstens 2 m hoch wird. (S. Tafel: Nahrungspflanzen II, 7.) Man unterscheidet im Handel eine große Menge von Theesorten, welche jedoch weniger von verschiedenen Abarten des Strauchs abstammen, als vielmehr in den verschiedenen Methoden der Zubereitung und in der verschiedenen Zeit der Ernte der Blätter ihren Grund haben. Die Fortpflanzung des T. geschieht durch Samen, die Kultur ohne Dünger auf magerm, doch nicht wasserarmem Boden, am besten auf Abhängen von Bergen und Hügeln, die nach Süden geneigt sind. Der Strauch gewährt erst im dritten Jahre eine Ernte, ist aber dann noch nicht ausgewachsen. Gegen sein siebentes Jahr hin wird er mannshoch, bringt aber dann nur noch spärliches und hartes Laub. Deshalb wird er abgeschnitten, worauf er wieder Wurzelschossen treibt. Dies geschieht abwechselnd, bis er gegen das 30. oder 40. Jahr hin gänzlich abstirbt. Der Anbau des T., welchen die Chinesen in der andarinensprache tscha, im Dialekt von Fokien tia (woher der europ. Name tea, thé, Thees nennen, soll sich nach chines. Berichten aus dem 4. ahrt. aus Korea nach China und von hier im 9. Jahrh. nach Japan verbreitet haben. Um das 6. Jahrh. war das Theetrinken in China schon allzemein gebräuchlich. Obgleich jetzt in China einheimisch, beschränkt sich die Kulturzone des Theetrauchs daselbst fast ausschließlich auf die Gegenden wischen 35—24 nördl. Br. und 113—120 östl. L., don wo aus allein aller T. in den Welthandel ommt. Außerdem wird T. zu einheimischem Gerauche noch in einigen der südlichern, % ge. egenen Teile Chinas „sowie in Cochinchina und zapan gebaut. Es ist also der T. recht eigentlich ls ein Gewächs der subtropischen Zone zu bes achten, obgleich er auch nä her dem Aquator geaut werden kann. Die Europäer haben die Theeiltur in Bengalen, auf Ceylon, am Südabhange es Himalaja, an der Westküste von Afrika (an den bhängen des Konggebirges), auf Java und Suatra, am Kap, auf St. Helena und in der Gegend 'n Rio de Janeiro in Brasilien versucht. An len diesen Orten gedeiht der Strauch, der schon 1 südl. Europa als Gartenpflanze fortkommt, yr gut, doch ist er zum Schaden des Aroma seiner lätter ausgeartet. Wie auf den Anbau, so wird auch auf die Ernte der Blätter die höchste Sorgfalt verwendet. Das Einsammeln der Blätter erfolgt wei⸗ bis viermal im Jahre; im . Ende ebruar, Ende April, im Mai und im August; im erstern Falle nur im Frühling und im Herbste. Hierbei bringt die erste Ernte immer die besten, die letzte die schlechtesten Blätter. Ein Strauch liefert im Durchschnitt jährlich etwa 2 Pfd. Blätter. Werden die Blätter über freiem Feuer getrocknet und geröstet, so erhält man den Schwarzen Thee; durch Welken der Blätter in Dampf und durch bloße Trocknung wird der Grüne Thee gewonnen. Dem für die Ausfuhr bestimmten Grünen T. gibt man nicht selten eine schönere hellere Farbe durch Färben mit einem Gemisch, das von Curcuma und Indig oder Berlinerblau zusammengesetzt ist. Für den Handel unterscheiden die Chinesen 7— 8 Klassen und 36 (nach andern sogar 57) Theesorten, von denen jedoch die meisten und gerade die besten im Lande bleiben. Die Ausländer erhalten nur die Mittelsorten, oft die Blüten der Olea fragrans oder Jasmin oder der Kamelie aromatisiert. Unter den grünen Arten sind der Hyson (Haysan oder Heyswen), der Perlthee, der Gunpowder, der Tschulong, unter den schwarzen der Bony, der Suchong, der Pekko (Pekao) und Souchay am bemerkenswertesten. Nicht zur Ausfuhr kommt die edelste Sorte, der Kaiser⸗ oder Blumenthee, welcher aus den zartesten, jüngsten und weißbehaarten Blättchen bereitet wird. Unter den schwarzen Sorten steht obenan der russ. Karawanenthee, zu dem nur die besten Blätter genommen werden können, da schlechte den kostspieligen Landtransport von Kiachta nach Petersburg (6500 Werst) nicht tragen können. Die ältern gröbern Theeblätter, Abfälle und Stiele der bessern Theesorten, wie auch andere Blätter, mit dem Serum des Ochsen⸗ oder Schafblutes angemacht und zu viereckigen dicken Kuchen geformt, bilden den sog. Ziegelthee (brick tea), welcher bei den Nomaden des mittlern Asien (den Mongolen und Buräten), dann weiter in Sibirien bis über Astrachan (Kalmücken) hinaus so allgemein gebraucht und zum Volksbedürfnis geworden ist, daß man sich der Theetafeln in der Mongolei und Daurien allgemein als einer Art Münze bedient. Der Ziegelthee, welchen die Russen Kirpitschnoi-Tschai (d. i. Backsteinthee) nennen, gelangt zu diesen Völkern aus China, wo das Fabrikat selbst nicht gebraucht wird; er dient sowohl als Getränk, wie als Nahrungsmittel. Der Gebrauch des Theeaufgusses ist in China ebenso alt wie die Kultur des Strauchs. Die Europäer lernten den Gebrauch erst sehr spät, zuerst durch die Holländisch⸗-Ostindische Kompagnie gegen die Mitte des 17. Jahrh. kennen, obwohl schon 1636 der erste T. nach Europa, und zwar nach Paris gekommen war. Im J. 1666 kam der erste T. nach England. Allgemein üblich wurde der Gebrauch erst seit Mitte des 18. Jahrh. Zu seiner Verbreitung trug, wie beim Kaffee, besonders die große Heilkraft bei, die man ihm beilegte. Namentlich wirkten in dieser Beziehung Bentekoe (4Korte verhandeling van't menschenleveno, Amsterd. 1684), Molimari (1672), Albinus (1684), Pechlin (1684), Blankaart (1686), Blegna (1697). Andere schrieben in demselben Jahrhundert über Pflanze und Getränk, welches selbst in griech. und lat. Gedichten (3. B. von Francius und Herrichen) besungen wurde. Man hielt den T. für ein untrügliches Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XV. Mittel, das menschliche Leben zu verlängern. Dennoch hat die Sitte des Theetrinkens außerhalb seiner Heimat bei weitem nicht die Verbreitung gefunden wie die des Kaffeetrinkens. Während letzteres in allen Klimaten heimisch geworden, hat sich der T. nur im täglichen Leben der Völker der außertropischen Zonen eingebürgert, und nur innerhalb des Bereichs der Küstenklimate dieser Zonen hat die Theekonsumtion eine große Bedeutung gewonnen. Wirklich zur Volkssitte ist das Theetrinken nur bei den Holländern und Engländern geworden, durch welche dieselbe auch in ihre Kolonien nach Nordamerika (den Vereinigten Staaten und Canada), Ostindien, dem Kap und Australien, 1½5 nach Portugal verpflanzt wurde. Sonst ist der Theekonsum nur noch in Rußland, Schweden und Norwegen und den Küstengegenden des mittlern Europa von Bedeutung; in den übrigen Ländern, namentlich in Norddeutschland, hat die Sitte nur in Städten und den höhern Schichten der Bevölkerung Eingang gefunden. Die Theeeinfuhr erfolgt nur zum geringsten Teile auf dem Landwege über Rußland (über Kiachta und Nishnij-Nowgorod); zur See wird oer Theehandel fast ausschließlich von England und Nordamerika betrieben. Für 1878 berechnete man die Ausfuhr aus China auf 114,8, aus Japan auf 9,7, aus Ostindien auf 13,2 und den Gesamtverbrauch außerhalb Asiens auf 145 Mill. Kilogramm. Von dem letztern kamen auf England 69,5, auf die Vereinigten Staaten von Nordamerika 19,8, auf die Niederlande 1,6, auf Dänemark 0,2, auf Rußland 8,4, auf Deutschland 0,8, auf Italien 0,1 Mill. Kilogramm, oder auf den Kopf der Bevölkerung: in England 2,34, in den Vereinigten Staaten 0,85, in Dänemark 0,24, in Rußland 0,22, in Deutschland 0,os, in Italien O,ooo1 Kg. Den Suezkanal passierten 1878: 73,1 Mill. Kilogramm T. im Werte von 3655 Mill. Mark. Von 62 nur mit T. beladenen Schiffen, die 1877 durch denselben Kanal gingen, gehörten 54 England, 5 Deutschland, 2 Rußland, 1 Holland an. Im J. 1885 betrug die Einfuhr an T. im Deutschen Zollverein 1789000 kg im Werte von 3450000 Mark. Thee-Auktionen gibt es in England, Holland, auch in Hamburg. Obgleich der T., mäßig genossen, die Verdauung befördert und auf Reisen bei trübem, feuchtem, kaltem Wetter nach großer Anstrengung ein treffliches Stärkungsmittel ist, erschlafft er doch bei häufigem Genuß die Verdauung, steigert die Empfindlichkeit der Nerven und wird in höherm Grade als der übermäßig gebrauchte Kaffee der Grund zu mannigfaltigen Kachexien. Namentlich wirksam zeigt sich der Grüne T., teils vielleicht deshalb, weil bei seiner Trocknung mehr Saftbestandteile zurückbleiben als wie beim Schwarzen T., teils vielleicht auch wegen der zu seiner künstlichen Färbung verwendeten, bisweilen schädlichen Substanzen. Die Stoffe, welche für die Natur und Wirkung des T. charakteristisch sind, bestehen in einem eigentümlichen flüchtigen Sle (welches den Theegeschmackim höchsten Grade besitzt), dem Thein, und Gerbstoff. Dem Thein, identisch mit Caffein (s. d.), ist vorzugsweise die kräftigende, erregende Wirkung des T. zuzuschreiben. Es sind im trockenen T. enthalten im Congo 1,5 bis 2,4 Proz., im Gunpowder 1½ bis 2,1 Proz., im Souchong 2,21 Proz. (nach H. Schwarz). Gerbsäure (Tannin) enthält der T. 5,6 bis 12,4 Proz. (nach J. T. Clark); vom flüchtigen Gle enthalten der Grüne T. ungefähr 1 Proz., der Schwarze 0,5 Proz. Der gewöhnliche, in herkömmlicher Weise mit siedendem Wasser laber nicht durch Kochen) erhaltene Theeaufguß enthält nur einen Teil der in den Theeblättern enthaltenen Substanzen: nach Mulder werden dem Schwarzen T. durch heißes Wasser etwa 29 — 38 Proz., dem Grünen T. 34—46 Proz. entzogen. Überhaupt erhält der Aufguß das flüchtige Ol,