FeedThurn
ErdkundeBrockhaus 1882

Thurn und Taxissche Haus im Reichsdeputationshauptschluß von 1803 das gefürstete Damenstift Buchau nebst Stadt, die Abteien Marchthal und Neresheim, das Amt Ostrach, die Herrschaften Schemmerberg und die Weiler Tiefenthal, Frankenhofen und Stetten. Von Preußen erhielt es als Entschädigung 1819 drei in der Provinz Posen gelegene Domänenämter, die zu einem Fürstentum Krotoschin erhoben wurden, und 28. Jan. 1867 für die Überlassung seiner sämtlichen Postgerechtsame 3 Mill. Thlr. Außerdem besitzt das Haus mehrere Herrschaften unter württemb. und bayr. Oberhoheit, vier Herrschaften in Böhmen und die Domänen des ehemaligen (1681 errichteten) Fürstentums Thurn und Taxis in der belg. Provinz Hennegau. Gegenwärtiger Standesherr ist Fürst Albert, geb. 8. Mai 1867, Sohn des Erbprinzen Maximilian (gest. 26. Juni 1867) und der Herzogin Helene in Bayern, welcher 2. Juni 1885 seinem Bruder, dem Fürsten M apimilian, succedierte und unter Vormundschaft seiner Mutter steht. Derselbe hat seine Residenz zu Regensburg. Eine Sekundogenitur des Hauses Thurn und Taxis bildet die Nachkommenschaft des Prinzen Maximilian Joseph (geb. 1769, gest. 1831), Halbbruder des genannten Fürsten Karl Anselm. Gegenwärtiges Haupt dieser in Böhmen etablierten Nebenlinie ist dessen Enkel, Fürst Hugo, geb. 3. Juli 1817, der zu Prag residiert. Vatersbruder des Fürsten Hugo war Prinz Karl Theodor von T., geb. 17. Juli 1797, bayr. General der Kavallerie und Mitglied der bayr. Kammer der Reichsräte. Derselbe kommandierte im Kriege von 1866 das Kavalleriereservekorps gegen Preußen, wurde bald nach dem Frieden zur Disposition gestellt und starb zu München 21. Juni 1868. Das ursprüngliche Stammwappen zeigt einen silbernen Dachs im blauen Felde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 670Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6