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GeschichteBrockhaus 1882

Thurn und Taxis (frz. de la Tour et Taxis, ital. della Torre e Tassis), ein ehemals reichsunmittelbares Haus in Deutschland, dessen eigentlicher Stammname Taxis und welcher mit dem mailänder Geschlecht de la Torre loder Thurn) trotz des später (1650) erfolgten Namens- und Wappenanschlusses keineswegs nachweisbar gemeinsame Abstammung besitzt. Den rittermäßigen Reichsadel erlangte die Familie, den neuesten Feststellungen zufolge, durch ein vom Kaiser Max I. d. d. Trier 31. Mai 1512 ausgestelltes Diplom. Von den in diesem Diplom genannten Brudern und Vettern errichtete Franz von Taxis 1516 die erste wirkliche Post zwischen Wien und Brüssel (s. Postwesen) und begründete dadurch den Glanz und Reichtum seines Hauses. Der Beleihung mit dem Generalpostmeisteramt im Deutschen Reich und in den Spanischen Niederlanden folgte die Erhebung zum Reichsfreiherrn 1608, zum Reichsgrafen 1624, der Titel eines Grafen von Thurn und Vatsassina 1650. Endlich erhielt Graf Eugen Alexander Franz den span.⸗niederländ. Fürstenstand 1680 und 1681, sowie den Reichsfürstentitel 1686 und 1695. Sein Entel, Fürst Alexander Ferdinand (geb. 1704, gest. 1773), bewirkte die Erhebung seines reichslehnbaren Reichs-General-Erbpostmeisteramts 1744 zu einem Reichsthronlehn und wurde 1754 als Reichsstand mit einer Virilstimme in den Reichsfürstenrat eingeführt. Dessen Sohn Fürst Karl Anselm (geb. 1733, gest. 1805), kaufte 1785 die reichsunmittelbaren Herrschaften Friedberg, Scheer, Dürmentingen und Bussen, die 1787 zu einer gefürsteten Reichsgrafschaft erhoben wurden und ihm Sitz und Stimme auf der Fürstenbank des Schwäbischen Kreises verschafften. Als Entschädigung für den Verlust der Posten in den österr. Niederlanden und auf dem linken Rheinufer erhielt das

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 670Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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