Maximilian Franz (Xaver Joseph), letzter Kurfürst von Köln 1784—1801, Bischof zu Münster, Hoch- und Deutschmeister zu Mergentheim, königl. Prinz von Ungarn und Böhmen und Erzherzog von Osterreich, der jüngste unter den Söhnen der Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz' I., war 8. Dez. 1756 geboren. Nachdem er Deutschland, Frankreich, Holland und Italien durchreist, machte er unter seinem Bruder, dem nachmaligen Kaiser Joseph II., den Bayrischen Erbfolgekrieg mit. Für den geistlichen Stand bestimmt, war er schon 1769 seinem Oheim, dem Prinzen Karl von Lothringen, als Hoch⸗ und Deutschmeister und 1780 dem Kurfürsten und Bischof von Köln und Bischof zu Münster, Maximilian Friedrich, als Koadjutor beigegeben worden und erlangte 1780 die erstere, 1784 die letztern Würden. Sein Bestreben, Finanzen, Polizei und Justizwesen in seinem Staate zu ordnen und zu heben, die Wissenschaften zu fördern, charakterisiert ihn als einen Fürsten der Aufklärung. Zur Seite stand ihm sein Minister von Waldenfels. Als im Herbst 1794 die Franzosen in Bonn einzogen, sah er sich genötigt, seine Residenz zu verlassen, und ging nach Münster, von da nach Mergentheim und Ellingen, im Frühjahr 1800 nach Wien und starb 27. Juli 1801 zu Hetzendorf.