Tonualepaß, Alpenpaß auf der Grenze von Tirol und der ital. Provinz Brescia, zwischen den Ortler- und den Adamelloalpen, bildet die Wasserscheide wischen dem Noce (Etsch) und dem Oglio und verindet das Val di Sole (deutsch Sulzberg) mit dem Val Camonica (s. d.). Die Kunststraße über den Paß zweigt bei der Station St. Michele-Lombardo von der Brennerbahn westlich ab und steigt dem Noce entlang durch das Val di Nos (Nonsberg) und das Val di Sole nach Fucine (977 m) hinauf, wo sie das Hauptthal verläßt, um durch das Val Vermiglio die Paßhöhe (1874 m) zu erreichen, und Pon sich jenseits in großen Serpentinen nach onte di Legno (1290 m) an der Hauptstraße des Val Camonica. Von St. Michele bis zur Paßhöhe beträgt die Entfernung 75, von hier bis Ponte di Legno 7 km. Der T. war 1799 und 1809, dann 1848 und 1866 der Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Tirolern und Franzosen, beziehentlich Tirolern und ital. Freischaren. Tonalit wurde zuerst das schöne Gestein genannt, aus welchem die südlich von Tonale gelegene mächtige Gebirgsmasse des Monte-Adamello in den Alpen besteht, welche von steil aufgerichteten Gneis⸗, Glimmerschiefer⸗ und Thonschieferschichten umlagert ist; die Felsart zeigt in deutlich körnigem Gemenge schneeweißen Plagioklas, graulichweißen, ehr reichlichen Quarz, schwärzlichbraunen Glimmer in sechsseitigen Blättern, kurze dicke Säulen von schwarzgrüner Hornblende. Indem so der T. einen hornblendeführenden Quarz-Glimmerdiorit darstellt, hat man auch anderweitige Vorkommnisse von übereinstimmender Zusammensetzung T. genannt. Tonart, s. Ton und Tonarten. Tonbridge, s. Tunbridge. Tondern, Kreisstadt in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein mit (1880) 3637 C., Sitz des Landrats, eines Amtsgerichts und der Hardesvogteien für die drei benachbarten Landdistrikte, liegt am Rande der Marsch, 13 km von der Nordsee, an der Widau und am Endpunkte der Zweigeisenbahn Tingleff-T. der Preußischen Staatsbahnen und hat eine schöne Pfarrkirche, ein Hospital (ehemals Dominikanerkloster), ein Schullehrerseminar (seit 1786), eine Schulle rer-Präparandenanstalt (seit 1886) und eine ittelschule. T. ist nach Schleswig die älteste Stadt im ehemaligen Lubishe R. Schleswig, erhielt schon 1243 das übische Recht und ward im Mittelalter Lütken-T. Glein-T.) genannt, weil das ehemalige befestigte landesherrliche Schloß daselbst kleiner war als das bei dem 4 km nordwestlich davon belegenen Dorfe Mögel-T., d. h. Groß-T. Die Stadt führt ein Schiff im Wappen, galt in alter Zeit als Seehafen und hat auch durch die Sturmfluten der Nordsee, namentlich 1615 und 1634, sehr gelitten. Seitdem jedoch die umliegende Marsch allmählich 4 , b5u. und die Widau durch Schleusen reguliert ist, können keine Schiffe mehr nach T. kommen, sondern müssen auf der Reede bei Hoyer ankern. Von —56 aus ist Dampfschiffahrt nach der Insel Sylt. Vgl. Karstens, «Die Stadt T.v (Tondern 1861). Mögeltondern, mit dem in einem schönen Park belegenen Schloß Schackenburg, ist der Hauptort der Lehnsgrafschaft gleichen Namens und der Mittelpunkt der sog. Tondernschen Spitzenklöppelei, welche in der ersten Hälfte des 17. Jahrh. durch einen westfäl. Kaufmann Stenbeck aus Dortmund in der Stadt T. eingeführt ward, Glefalsa aber dort nicht mehr betrieben wird. Gleichfalls in der Grafschaft Schackenburg, nördlich unweit von Mögeltondern liegt das Dorf Gallehuus, wo man 1639 und 1734 zwei große, mit Figuren verscher goldene Hörner fand. Diese sog. Tondernchen Hörner, 1802 aus der kopenhagener Kunstkammer gestohlen und eingeschmolzen, waren nach neuerer Ansicht weder Trink⸗ noch Jagdhörner, sondern nur in Form von Hörnern gebrachte Goldmassen, die als Prunkstücke oder Weihgeschenke gedient haben mögen. Die Inschrift des zweiten Horns gehört dem ältern Runenalphabet an und gibt den Namen des Verfertigers kund: „Ich Hlevagast der Holting habe das vorn gemacht. v Der Kreis Tondern zählt auf 1760 àm (1885) 55 298 E. Tondeur (Joh. Alexander), Bildhauer, geb. in Berlin 1829, besuchte dort Gymnasium und die Akademie, worauf ihn 1848 Professor Bläser als Schüler annahm. Vier Jahre später begab er sich nach Wien, wo er bis 1854 verweilte und verschiedene Privataufträge vollendete. Nach kurzem Aufenthalt in Paris reiste er 1855 nach Rom. Obwohl er nur zwei Jahre daselbst seinen Studien oblag, entstand in dieser Zeit doch die Gruppe Mutterliebe, deren Original im Besitz des Deutschen Kaisers ist. Seit 1858 in Berlin etabliert, hat T. sehr viele Statuen, Porträtbüsten und Standbilder geliefert. So übernahm er nach dem Tode Schievelbeins das Friedrich Wilhelm-Denkmal für Köln, wovon die Postamentfiguren sein Werk sind, für die Ruhmeshalle General York, Otfried Müller für das alte Museum, die Kolossalfigur Hamburg für die berliner Börse, ferner Büsten Dörings, Grillparzers, Kleists u. a. für das neue Schauspielhaus. Seit neuester Zeit beschäftigt den Künstler die Zusammensetzung und Ergänzung des Reliefs des Gigantenkampfes vom Altarbau, das in Pergamon gefunden wurde. Tondruck heißt das Verfahren, den von lithographischen Steinen auf der Steindruckpresse, sowie von Typen, Holz⸗ oder Metallplatten auf der Buchdruckpresse gewonnenen Abdrücken durch Aufdrucken matter Farbentöne einen eigentümlichen Effekt zu geben, indem das Blatt mit schwacher grauer, gelblicher, bräunlicher u. s. w. Farbe unter⸗ oder überdruckt wird. Werden auf den Steinen oder den Holz⸗ oder Metallplatten (den Tonplatten) die Stellen der Lichter ausgespart, so kommt in ihnen bei den Abdrücken die Weiße des Papiers zum Vorschein. Durch eine besondere Behandlung der Tonplatte kann erreicht werden, daß dieselbe mit Einem Drucke verschiedene Abstufungen desselben Farbentons gibt. Auf der Buchdruckpresse wird der T. meist vor dem Druck des Bildes oder der Schrift, auf der Steindruckpresse aber häufig nach demselben ausgeführt. Der T. ist ein beliebtes Mittel zur eleganten Ausstattung der Buchdruck-Accidenzarbeiten, und man benutzt auch oft Kartonpapier oder Celluloidplatten zur Herstellung der Tonplatten. Der T. auf der der Platte mit d wird durch leichtes liberwischen der Platte mit der zum Druck des Stichs verwendeten Farbe hervorgebracht und in einem Drucke gleichzeitig mit dem der Tiefgravierung ausgeführt. Wenn mit mehrern Steinen oder Platten mehrere Farben nebeneinander aufgedruckt werden, so geht das Verfahren in den Buntdruck über. (S. Farbendruck.)