Tonne oder Last. Als älteres span. und span.⸗ amerik. Gewicht ist die T. 20 Quintales (Centner) oder 920 kg; während sie als neueres (gesetzlich vorgeschriebenes) Gewicht unter dem Namen T métrica (metrische Tonne) 1000 kg hat. Im Handel mit Steinkohlen versteht man in den erwähnten Ländern und Brasilien unter T. das engl. Ton von 20 Hundredweights (s. unter Avoirdupois). erner heißt T. ein älteres portug. und brasil. lüssigkeitsmaß von 60 Almudes (s. u. Almude). uch als Getreidemaß kommt die T. noch vor, nämlich in Argentinien und Uruguay, wo sie in 2 Cahices (ogl. Cahiz) geteilt wird und 10,29 hl ist. Endlich hat J. dieselbe Bedeutung wie das engl. Ton of shipping und das deutsche Schiffslast onfall, sov. w. Cadenz. (S. u. Last.) Tonfedern, s. unter Federn (metallische). Tonga-Inseln oder Freundschaftsinseln,‚, u Polynesien gehörige Inselgruppe der Südsee, ludweslich des Samoa-Archipels und östlich der Bosond174 (Viti-Inseln), unter 18—22 südl. r. und 174—176“ westl. L. von Greenwich, umfaßt über 150 kleine Eilande, sowie 32 größere Inseln. Das Gesamtareal beträgt 997 qkm, die Einwohnerzahl 24000 Seelen. Der Archipel zerfällt in zwei parallel nebeneinander laufende Reihen: in die westlichen steil aus dem hier sehr tiefen Meere aufsteigenden hohen vulkanischen Inseln, von denen jede eigentlich nur aus einem einöoen meist noch thätigen Vulkan besteht, und aus en östlichen niedrigen, meist nicht über 14—16 m über dem Meeresspiegel aufsteigenden Inseln aus Madreporenkalk. Von erstern ist nur der 1524 m hohe, erloschene Vulkankegel Kao noch bewohnt, dagegen sind Tofua, Lette (Late) und Fonualei oder Amargura nach verwüstenden Ausbrüchen von den Einwohnern seninsel verlassen. Die Koralleninseln teilen sich in drei Gruppen, welche durch schmale Kanäle voneinander geschieden sind. Die südliche oder Tongagruppe besteht aus der größten und fruchtbarsten aller dieser Inseln, Tongastabu oder dem heiligen Tonga (422 akm) und der kleinern wald⸗ und wiesenreichen hügeligen Insel Eua (171 à4m). Auf Tonga-tabu öffnet sich nach N. eine große und breite Lagune; längs des ganzen Nordstrandes dieser sich bis zu 20 m Höhe erhebenden Insel ziehen sich Korallenriffe, welche eine sichere Reede umschließen; kleine flache und bewaldete Inseln sind auf diesen Riffen zerstreut. Auf Tonga-tabu befinden sich zu Mua, Foschall, Bea und bei Hifo-Hifo Stationen der Deutschen Handels-und Plantagengesellschaft. Die mittlere oder Hapaigruppe wird von einer Menge kleiner, von großen Riffen umschlossener Inseln gebildet und hat einen Flächeninhalt von 68 akm. Die nördliche oder Vavaugruppe, auch Haafuluhao, mit 187 akm besteht aus der Insel Vavau (s. d.), der drittgrößten (145 alem) und aus einer Menge kleiner Eilande. Außerdem gehören politisch zum Königreich der T. die vulkanischen Inseln Niuatabutabu (Keppel), Tafahi (Boscawen) und Niua-fu, sämtlich nördlich von den erwähnten Gruppen. Der Boden ist fruchtbar und hat reiche, ergiebige Pflanzenerde mit üppiger Vegetation; vier Arten von Palmen finden sich hier vor, darunter als wichtigste die Kokospalme. Die Tierwelt ist hinsichtlich der Säugetiere nur dürftig vertreten; bis zur Ankunft der Europäer gab es nur kleine Ratten, eine riesige Fledermausart (Pteropus tonganus, und Schweine; ferner einige Landschlangen und Eidechsen; von Insekten werden Ameisen und Mosquitos lästig; zahlreich sind Pischs und Vögel. Der Hund ist von den Viti-Inseln aus eingeführt. Fließendes Wasser ist selten, und Trinkwasser findet sich gewöhnlich nur in Teichen und Brunnen. Das Klima der T. ist mild und gesund; die Mitteltemperatur beträgt 24 bis 25 C.; in die Regenzeit (Dezember bis Februar) fallen ganz plötzlich hereinbrechende Orkane. Die Tonganer gehören zu den schönsten und geistig am meisten veranlagten polynes. Stämmen; sie sind groß und stark, von hellblauer Hautfarbe, schwarzem lockigen Haar und dunklen lebhaften Augen; Ehrgefühl und Freiheitsliebe, Rut und Tapferkeit sind ihre hervorragendsten Eigenschaften. Sämtliche Tonganer bekennen sich jetzt zum Christentum, treiben vorzugsweise ertragreichen Landbau und sind erfahrene Seefahrer. Yams ist die Hauptfrucht, mit welcher die Acker in Zwischenräumen von zwei bis drei Jahren regelmäßig bestellt werden, die mächtig sich entwickelnden Hamswurzeln können ein Gewicht von 35 bis 40 Kg erreichen. Die Fruchtbüschel der Bananen werden 15—40 kg schwer; in neuerer Zeit jedoch ist die chines. Zwergbanane eingeführt worden, welche von den nicht seltenen Orkanen der Regenzeit weniger zu leiden hat. Außerdem gedeihen suße Kartoffe n, Brotfrucht, Zuckerrohr, Guaven, Mangoäpfel, Orangen, Limonen, Tabak, Mais und Baumwolle. Von letzterer, sowie von Kaffee finden sich die Anfänge von Pflanzungen in der deutschen Station bei Hifo-Hifo. Das von den Tonganern verfertigte Zeug ist oft von großer Schönheit, namentlich auf Dwau, unübertroffen in Polynesien sind ihre prächtigen Matten, Netze und Körbe, in deren Anfertigung besonders die Bewohner der Hapaigruppe eine große Geschicklichkeit beweisen. Die T. wurden zum Teil 1643 durch Abel Tasman entdeckt und 1775 und 1777 von Cook genauer erforscht und Friendly Islands genannt. Sie wurden erst 1845 von dem jetzigen König Georg J. George Tubou) unter einer Regierung vereinigt. Der König residiert zu Nukualofa an der Nordküste von Tonga-tabu und hat 4. Nov. 1875 den Inseln eine Bersaftung nach dem Muster derjenigen der Sandwichinseln verliehen. Die benebt ur Versammlung von 40 Mitgliedern besteht zur einen Hälfte aus dem Erbadel, zur andern aus alle fünf Jahre von den über 21 J. alten Steuerzahlern Erwählten. Sehr verdient um die staatliche Neugestaltung machte sich Baker, der erste Ratgeber des Königs, früher wesleyanischer Missionar. Die Rechtspflege wird von einem obersten Gerichtshof, den der Monarch ernennt, ferner von Geschworenen und Polizeigerichten verwaltet. Für den Unterricht sorgen die Missionare durch treffliche Schulen; an höhern Bildungsanstalten bestehen eine Industrieschule und ein Seminar (Tubow-College). Das stehende Heer Lapd 500 Mann, Garde und Artillerie. Die tongan. Landesfarben sind rot und weiß. Der Handel ist großenteils in den Händen der Deutschen Handels⸗ und Plantagengesellschaft der Südseeinseln und wird durch den 1. Nov. 1876 abeutschen Reich und den T. sehr begünstigt. Durch denselben Vertrag bewilligte König Georg der deutschen Regierung den zur Anlegung einer Kohlenstation nötigen Grund und Boden am Hafen Taulanga auf Vavau, unbeschadet jedoch seiner Hoheitsrechte. Am 29. Nov. 1879 wurde mit Großbritannien ebenfalls ein Freundschaftsvertrag abgeschlossen, wodurch brit. Staatsangehörigen die gleichen Rechte, wie denen der meistbegünstigten Nation zugesichert werden. Das Deutsche Reich ist hier durch einen Generalkonsul, Großbritannien durch einen Vizekonsul vertreten. Der Wert der Einfuhr belie sich 1883 auf 2100000 Mark, der der Ausfuhr (meist Kopra, dann auch Lichtnüsse und Baumwolle) auf 1900000 Mark. Die eingeführten Waren kommen größtenteils von Apia. Eine engl. Dampferlinie verkehrt zwischen Tonga-tabu und den Fidschi-Inseln. Tonga hat kein eigenes Geld; als gesetzliches Zahlungsmittel gelten alle Goldmünzen, so- wie alle engl., franz. und amerik. Münzen.