FeedTopographie (grch.)
AllerleiBrockhaus 1882

Topographie (grch.), d. h. Ortsbeschreibung, nennt man die Beschreibung einer geographischen Ortlichkeit im weitesten Wortsinne, also eines Landes, beziehungsweise einzelner Landesteile oder Orte. Wesentlich gehört dazu die Angabe der Gewässer, Berge, Kulturen, besonders aber der angebauten Plätze, der einzelnen Wohnstätten, sowie ihrer Verbindung untereinander. Sie ist daher eine bis herab ins Speziellste weiter geführte Geographie, nicht aber ein Teil derselben, wenn man nicht, wie zuweilen geschieht, lediglich nur die Beschreibung der Städte und anderer Ortschaften eines Landes darunter versteht. Topographische Zeichnung ist daher eine solche, in der alle diese Gegenstände im Grundrisse bestimmt und genau angegeben sind. Dieselbe unterscheidet sich von generalisierten übersichtskarten, in denen diese Bezeichnungen fehlen, und auch von den Kartenskizzen für besondere Einzelzwecke, z. B. Kameralrissen, militärischen Rissen, Wasserbaurissen u. s. w., in denen hauptsächlich nur die betreffenden Gegenstände ausführlich dargestellt sind. Topographische Bureaus, d. h. Anstalten, welche alles sammeln und aufbewahren, was auf die Kenntnis der Oberfläche des Bodens, ja oft selbst auf andere Eigentümlichkeiten und Erzeugnisse der Länder Bezug hat, sind aus den Déêpöts généraux de la guerre Frankreichs entstanden und haben vorzüglich seit Napoleon I. einen militärischen Charakter angenommen, weil ihre Nachweisungen von hervorragender Wichtigkeit für die Kriegführung sind, weshalb auch in der Regel das Topographische Bureau heute noch eine Unterabteilung des Generalstabes bildet; in einzelnen Staaten, z. B. Württemberg, ist es jedoch, in richtiger Würdigung seiner gegenwärtig thatsächlich viel allgemeinern Bedeutung, bereits mit der andern Seite der amtlichen landeskundlichen Thätigkeit, mit dem statistischen Bureau, zu einer Centralstelle für Landeskunde organisch vereinigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 756Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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