Tyrnau (ungarisch Nagy-Szombat, slowenisch Trnava), alte königl. Freistadt im Preßburger Komitat des Königreichs Ungarn, am Flüßchen Trnava, Station der Linie Preßburg-Sillein der Osterreichisch Ungarischen Stgatshahnen, die hier nach Galantha abzweigt, ist Sitz eines Kollegiatkapitels der graner Erzdiscese, eines Generalvikariats, und hlt (1880) 10824 C. (6060 Slowaken, 2758 Deut- und 1533 Magyaren). An gottesdienstlichen Gebäuden besitzt die Stadt neun kath., eine evang., eine griech. Rirche und eine Synagoge. Auch behen ein Jesuiten und ein Franziskanerkloster, vie ein Kloster der Ursulinerinnen mit Erziehungsanstalt für Mädchen. Von höhern Unterrichtsanstalten befinden sich zu T. ein erzbischofl. Gymnasium und eine königl. Lehrerbildungsanstalt, von Humanitätsanstalten ein Militärirren⸗ und ein Invalidenhaus, ein Komitatskrankenhaus u. s. w. Die Bewohner treiben Tuch⸗ und Leinweberei, Wein- und Waidbau, sowie nicht unbeträchtlichen Handel. T. ist eine sehr alte Stadt, die ihre 3. derTo. be8.451 der Böhmenkönigin Constantia, der Tochter elas III., verdankt. Unter Bela IV. wurde sie 55 königl. Freistadt erhoben. Der Primas Nik. läh legte 1551 den Grund zu der Lehranstalt, die durch die Freigebigkeit des Kardinals Peter Päzmän 2* Universtät erhoben, aber später (1777) von laria Theresia nach Ofen verlegt wurde; Joseph II. bejahl 1783 deren übersiedelung nach Pest. Von 1543 bis 1820 hatte das graner Erzdomkapitel seinen Sitz in T., welches auch zeitweiliger Aufenthalt des Erzbischofs von Gran und Fürsten Primas von Ungarn war.