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ErdkundeBrockhaus 1882

Guben, Kreisstadt im Regierungsbezirk Frankfurt der preuß. Provinz Brandenburg, in der ehemals sächs. Niederlausitz, 48 kKm südsüdöstlich von Frankfurt a. O., am Zusammenfluß der Lubis und Neisse, an den Linien Berlin-Breslau, G.⸗Bentschen und Halle-G. der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Land- und eines Amtsgerichts, eines Landratsamts und einer Reichsbanknebenstelle, hat drei evang., eine altluth. und eine kath. Kirche, einen Betsaal der Irvingianer, eine Synagoge, ein Gymnasium mit Realgymnasium, zwei höhere Töchterschulen, ein Krankenhaus, Hospital und Siechenhaus, auch ein Waisenhaus und ein Theater und zählt (1880) 25840 meist prot. E., die sehr bedeutende Tuchfabriken, Streichgarnspinnereien, Färbereien, Gerbereien, Töpfereien, Holzschneidemühlen, Fabriken für Maschinen, Filzhüte und Puppen unterhalten und bedeutenden Obstbau treiben. Die Flußschiffahrt und der Weinbau haben neuerdings abgenommen. In der Nähe sind Braunkohlengruben. — G. war ursprünglich ein wendischer Ort, der von wurde. Konrad d. Gr. von Meißen germanisiert wurde, kam später an Brandenburg und 1367 an Böhmen. Hier schlossen 5. Juni 1462 Friedrich II. von Brandenburg und Georg Podiebrad von Böhmen Frieden. Nachdem der Ort 1623 an Kursachsen gekommen war, wurde er 1642 von den Schweden besetzt, 1645 aber vergebens von ihnen belagert. Mit der Niederlausitz kam G. 1815 an Preußen. — Der Kreis Guben zählt (1880) auf 1015 qkm 68000 meist prot. E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 594Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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