FeedTrio
MusikBrockhaus 1882

Trio bezeichnete in der Musik ursprünglich (um 1700) eine Komposition für Gesang von drei Solostimmen, die meistens kontrapunktisch kunstvoll gehalten und von einem Klavierbasse mit freier Harmonie begleitet wurden, wird aber seit 1750 fast ausschließlich vonInstrumentalkompositionen gebraucht. Hier bedeutet es zunächst ein Stück von drei selbstständigen Stimmen; ferner ein Stück von zwei Hauptstimmen und einem begleitenden Baß, z. B. Flöte, Violine, Violoncello, oder Viole und Violoncello; endlich ein Stück von einer Hauptstimme und zwei begleitenden Partien. Die erste Art T. steht in kontrapunktischer Hinsicht am höchsten. Um 1700, zur Zeit Corellis, nannte man das T. auch Sonataua tre oder dreistimmige Sonate und es gehört in der Regel zur Gattung der Sonate (s. d.). Es ist aber nicht immer notwendig dreistimmig, wie z. B. wenn das Klavier ein mitwirkendes Instrument ist, welches bei der Benennung T. gewöhnlich nur als eine Partie gerechnet wird, da es doch auf Grund des Basses die ganze Harmonie spielt. Man unterschied früher Kirchen- und Kammertrios, von denen die erstern mehr im strengen fugierten Stil, die letztern leichter und häufig über Tanzweisen gesetzt waren. Arcangelo Corelli (s. d.)W wurde für beide tonangebend und seine Werke bilden für das ältere T. das allgemein nachgeahmte Muster. Den Kirchentrios am nächsten kommen die gegenwärtig noch gebräuchlichen T. für die Orgel. Viel mehr aber wird das Kammertrio jetzt geübt (meistens für Pianoforte, Violine und Violoncello), worin die neuern Meister Großes geleistet haben. Bei einer Menuett (s. d.) bedeutet das T. den mit der eigentlichen oder ersten Menuett abwechselnden und ihr entsprechenden Satz, welchen man daher auch sonst Menuette alternativo oder die zweite Menuett genannt hat; es wird gewöhnlich in der verwandten Molltonart geschrieben und wurde anfangs nur dreistimmig gesetzt, daher der Name T. (dreistimmige Menuett) entstanden ist. riodion (grch.), bei den Slawen Triod, ein liturgisches Buch der griech.⸗kath. Kirche, bei dem der Kanon aus drei, statt gewöhnlich aus neun Liedern besteht. Es gibt ein Fasten-Triodion undein Palmsonntag-Triodionz ersteres wird während der Fastenzeit bis zum Palmsonntag, in Rußland bis Ostern, angewendet; das andere von da an bis zum Sonntag nach Pfingsten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 848Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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