FeedStainer oder Steiner (Jakob)
MusikBrockhaus 1882

Stainer oder Steiner (Jakob), ein berühmter Geigenmacher, geb. 14. Juli 1621 in dem Dorfe Absom in Tirol, bildete sich in Cremona in den Werkstätten der Amati und heiratete auch eine Tochter Nicolo Amatis. Darauf ließ er sich in seinem Geburtsdorfe als Geigenmacher nieder. Nahrungssorgen zwangen ihn aufangs, sehr schnell zu arbeiten, da er für eine Geige selten mehr als 6 Fl. erhielt. Um 1650 begann sein Ruf sich zu verbreiten, und von vielen deutschen Höfen liefen Bestellungen ein. Er konnte nun bei bessern Preisen auch mehr Sorgfalt auf seine Arbeiten verwenden. Unter seinen Schülern waren sein Bruder Markus, sowie Albani und die drei Gebrüder Klots. Nachdem seine Frau gestorben, zog sich S. in ein Benediktinerkloster zurück und versertigte dort noch 16 Geigen, die das Beste waren, was er je gelie⸗ „und die er teils dem Kaiser, teils den deutschen Aurfürsten übermachte. Von diesen berühmten sog. Kurfürstengeigen ist wenig erhalten. S. starb im Kloster 1683. Vgl. Ruf, Der Geigenmacher Jakob bungen⸗(Stuttg. 1824 fg.), sowie seine Beiträge zu den „Württemb. Jahrbüchern“. Als Mitglied der Histor. Kommission bei der Akademie der Wissenschaften in München war er bei der Redaction der Forschungen deutschen Geschichtes beteiligt. Den persönli Adel führte S. seit 1850 als Ritter des Ordens von der württemb. Krone.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 142Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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