FeedTrochäus (grch.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Trochäus (grch.), eigentlich der Läufer, auch Choreus genannt, ein von den Alten und Neuern häufig angewendeter, aus einer langen und kurzen Silbe bestehender Versfuß (—E), kann unter gewissen Beschränkungen auch in einen Tribrachns „Shaufgelöst oder in den geraden Füßen, d. h. im zweiten, vierten, sechsten Fuße durch einen Spondeus (—.—, oder auch einen Anapäst weit seltener durch einen Daktylus (E) ersetzt werden. Die Griechen maßen trochäische Verse regelmäßig nach Dipodien und bildeten am häufigsten den Tetrameter aus vier Dipodien oder acht Einzelfüßen. Doch bildeten sie auch die verschiedensten kleinern Verse. Weniger streng bauten die komischen Dichter der Römer ihre trochäischen Verse. Neuere bilden schon aus zwei oder drei Trochäen gleichmäßig durch das ganze Gedicht wiederkehrende Verse, wie Platen: Was ich thue Und vollbringeIch erringeNie die Ruhe.v Doch sind die längern trochäischen Reihen häufiger, am häufigsten der aus dem Altertum überkommene Tetrameter.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 856Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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