FeedTetrameter
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Tetrameter, eigentlich vier Maße enthaltend, heißt in der Metrik ein Vers, der aus vier einfachen oder Doppelfüßen besteht, und zwar im trochäischen und iambischen Rhythmus, wo man zwei Trochäen oder Jamben als einen Doppelfuß oder eine Dipodie (s. d.) zählt, aus vier solchen Dipodien, in den daktylischen und andern Versen aber aus vier einfachen Füßen. Fehlt die letzte Silbe, so heißt der T. katalektisch (tetrameter catalecticus), ist aber der letzte Fuß rein erhalten, akatalektisch (tetrameter acatalectus). Die deutschen Dichter haben seit Gryphius besonders den iambischen T. häufig angewendet, den man auch Oktonarius nennt. In katalektischen T. ist z. B. Dingelstedts Althess. Sagev verfaßt: Im Scharfenstein gen Mitternacht erwacht ein heimlich Leben, Ein Beispiel von akatalektischen T. gibt Platens Schon war gesunken in den Staub der Sassaniden alter Thron, Es plündert SA das schätzereiche Ktesiphon, Auch den daktylischen und die übrigen Arten von T. haben neuere Dichter, vorzüglich Platen, glücklich angewendet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 583Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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