FeedTroizko-Sergiewsk
ReligionBrockhaus 1882

Troizko-Sergiewsk, oder Troiza Lawra, oder Troiza Lawra Sergiew, d. h. Dreifaltigkeitskloster des heil. Sergius, das größte, reichste, prächtigste und geschichtlich berühmteste Kloster des russ. Reichs, im Gouvernement und 72 km nordöstlich von Moskau, an der Moskau-Jaroslawer Eisenbahn und am Flüßchen Kontschura. Das Kloster liegt auf einem ziemlich hohen Hügel und ist von einer 1½ km langen Mauer umgeben. Innerhalb dieser befinden sich 11 Kirchen, darunter die Kathedrale von der Verklärung Mariä oder Mspenski, ferner ein kaiserl. Palast, die Wohnung des Archimandriten, eine theol. Akademie mit einer an slaw. Handschriften reichen Bibliothek von über 6000 Bänden, ein 80 m hoher Glockenturm, drei Gebäude mit den Zellen der Mönche, ein Krankenhaus, Refektorium, ein Hospiz für Wallfahrer, Kapellen u. a. m. Besonders bemerkenswert ist die in höherer Verehrung stehende kleine Kirche der Dreieinigkeit (Troiza) mit dem mit Gold, Silber und Juwelen ausgeschmückten Grabe des heil. Sergius. Das Kloster wurde 1337 vom heil. Sergius (s. d.) gestiftet und wurde daher nach diesem benannt. T., das in der Geschichte Rußlands wiederholt eine wichtige Rolle gespielt hat, erfreute sich von jeher der besondern Gunst der Fürsten und des Volks, daher es auch bald zu großen Reichtümern gelangte, die es bis auf die Gegenwart vermehrt. Bei dem Volke steht T. in dem Ansehen großer Heiligkeit und wird jährlich von Hunderttausenden von Wallfahrern besucht: es hat sich daher dort ein roßer Marktflecken Sergiewsk (s. d.) entwickelt. gl. Philareth, «La vie de St.-Serge, fondateur du convent de I.v (Petersb. 1841).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 858Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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