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ReligionBrockhaus 1882

Syrische Christen könnte man die sämtlichen Christen des Orients nennen, welche die Bibel in syr. Übersetzung lesen und ihre kirchliche Liturgie in syr. Sprache abhalten. Man pflegt aber gewisse Abteilungen der syr. Kirche mit besondern Namen zu benennen, wie die Maroniten (s. d.) am Libanon, die Jakobiten (s. d. in Mesopotamien, die Thomaschristen in Indien, und den Namen Syrische Christen vorzugsweise auf die im Kurdischen Gebirge, am Urmiasee und bis nach Mosul herab wohnenden Nestorianer (s. d.) zu beschränken, zumal da diese wie freilich auch die Jakobiten) sich selbst so bezeichnen (Neßränj Surjäni). Die röm.⸗kath. Schriftsteller nannten dieselben seit lange gewöhnlich chaldäische Christen, und diesen Namen tragen jetzt allgemein die mit der röm. Kirche unierten Nestorianer, zugleich aber auch die unierten Jakobiten in Mesopotamien. Diese päpstl. Syrer stehen seit Innocenz XI. (1684) unter einem besondern Patriarchen der Chaldäer, der immer den Namen Mar-Joseph führt und seinen Sitz in Diarbekr (Amid) hatte, jetzt in Mosul hat, während der nestorianische Patriarch (Mar-Simeon genannt) in Kotschannes bei Dschulamerk im Gebiete des Kurdenstammes Hakkäri residiert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 415Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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