Trollhättan (schwed., d. i. der Zauber⸗, Teuschwed. oder Mütze), ein großer Wasserfall in dem chwed. Flusse Götaelf, welcher aus dem Wenersee kommt und bei Gothenburg ins Meer fällt. Etwa 16 km von der Stadt Wenersborg wird der breite und wasserreiche Strom von Felsen zusammengedrängt (10—50 m) und stürzt in einer Strecke von 1200 mbrausend und tobend in fünf prachtvollen Kaskaden (Gullö-, Toppö⸗, Stampeströms⸗, oberer und unterer Höllen-Fall) im ganzen 35 m tief hinunter. Der imposanteste dieser Fälle, die man unterhalb von einem vorspringenden Felsen übersehen kann, ist der Toppöfall, 14 m hoch, zu beiden eiten der kleinen Insel Toppö, zu welcher eine schmale Brücke führt. Schon zu Anfang des 18. Jahrh. war der berühmte Mechaniker Polhem bedacht, den Schiffen eine Fahrt durch die Wasserfälle mittels einer in denselben angelegten Schleuse ezu eröffnen. Doch blieb die Arbeit unvollendet, robgleich die Schleuse in den Felsen gesprengt war. 1793—1800 legte eine Aktiengesellschaft zur „Umgehung der Fälle an der östl. Seite derselben „einen fast ganz in den Grausteinfelsen gesprengten Kanal an, von dessen acht Schleusen die fünf unmittelbar terrassenförmig übereinander gelegenen den überaus großartigen Anblick einer tiefen Felsen⸗ „spalte gewähren. Da aber nach Vollendung des Götakanals die geringen Dimensionen dieser Kanalschleusen den Anforderungen nicht mehr genügten, so wurde 1836—44, unter der Leitung des befrühmten Ingenieurs N. Ericsson, der Kanal zu den Dimensionen des Götakanals (3m Tiefe, unten 15 und an der Wasserfläche 26 m Breite) erweitert und die elf Schleusen, die östlich von den alten angelegt wurden, ebenfalls zu den Dimensionen der im Götakanal befindlichen (37 mlang, 7 mbreit und 3 mtief) gebaut. Dieser neue Trollhättakanal gestaltete sich hiermit zu einem zwar kurzen, aber wichtigen Teile der 390 kKm langen Wasserstraße, welche am Kattegat bei Gothenburg beginnt und durch die großen Binnenseen bis Mem unweit Söderköping an der Ostsee durch die schönsten und fruchtbarsten innern Gegenden Schwedens führt. Die Trollhättafälle, deren gesamte Kraft auf 225 000 Pferdekräfte geschätzt wird, werden als Triebkraft für Sägewerke, Mühlen, Eisenhämmer u. s. w. benutzt. Bei denselben ist in neuester Zeit der Flecken T. (Station der Privatbahn Gothenburg-Falun, etwa 3000 E.) entstanden.